BPW erweitert sein intelligentes Trailerfahrwerk iC Plus um eine Funktion zur Erfassung der tatsächlichen Fahrzeugbeanspruchung. Das sogenannte Road Condition Monitoring (RCM) wertet bereits vorhandene Daten aus der Luftfederung aus und erstellt daraus ein Belastungsprofil des Trailers. Zusätzliche Sensoren oder Verkabelungen sind dafür nicht erforderlich.
Für Flottenbetreiber soll damit nicht mehr allein die Laufleistung eines Trailers als Indikator für dessen Beanspruchung dienen. Denn Fahrzeuge mit vergleichbarem Kilometerstand können je nach Einsatzgebiet, Beladung und Straßenqualität sehr unterschiedlich belastet worden sein.
Luftfederdaten zeigen Belastung des Trailers
Zur Ermittlung des Belastungsprofils nutzt RCM Druckschwankungen in den Luftfederbälgen. Überfährt der Trailer Unebenheiten, verändert sich der Druck. Aus Anzahl und Intensität dieser Veränderungen errechnet das System die Beanspruchung des Fahrwerks auf dem jeweiligen Streckenabschnitt.
Jeder gefahrene Kilometer wird einer Belastungsklasse zugeordnet. Zusätzlich fließt ein, ob das Fahrzeug leicht, mittel oder schwer beladen war. Dadurch lässt sich sowohl für einzelne Touren als auch über einen längeren Zeitraum nachvollziehen, unter welchen Bedingungen ein Trailer eingesetzt wurde.
Die Ergebnisse werden im Telematikportal Cargofleet 3 von idem telematics dargestellt.
Keine zusätzlichen Sensoren erforderlich
Für die neue Funktion greift BPW ausschließlich auf bereits im Fahrzeug vorhandene Daten zurück. Zusätzliche Sensoren, Batterien oder Verkabelungen sind nicht notwendig.
Damit will der Hersteller zusätzlichen Wartungsaufwand vermeiden und vorhandene Fahrzeugdaten für weitere Anwendungen nutzen. Für Flottenbetreiber entstehen dadurch zusätzliche Informationen über Einsatz und Beanspruchung ihrer Trailer, ohne weitere Hardware installieren zu müssen.
Belastungsprofil kann Wartung und Restwert unterstützen
Interessant ist die Funktion insbesondere für Transportunternehmen, Trailervermieter und Leasinggesellschaften. Sie können anhand des Belastungsprofils nachvollziehen, ob ein Fahrzeug beispielsweise überwiegend im Fernverkehr auf gut ausgebauten Straßen oder unter höheren Belastungen auf schlechten Fahrbahnen eingesetzt wurde.
Die Daten könnten damit zusätzliche Anhaltspunkte für Wartungsentscheidungen, Schadensanalysen sowie Garantie- und Gewährleistungsfälle liefern. Auch beim Wiederverkauf lässt sich damit die bisherige Nutzung eines Fahrzeugs detaillierter dokumentieren.
Darüber hinaus sieht BPW Einsatzmöglichkeiten für nutzungsabhängige Miet- und Leasingmodelle.