Last Mile Solutions hat seine Lade-App um spezielle Funktionen für Fahrer von Elektro-Lkw erweitert. Künftig können Betreiber von Ladeinfrastruktur ihre Standorte als Lkw-tauglich kennzeichnen. Damit soll bereits vor der Anfahrt erkennbar sein, ob ein Ladepunkt für schwere Nutzfahrzeuge geeignet ist.
Anders als bei Elektro-Pkw reicht bei Lkw ein freier Ladepunkt allein nicht aus. Entscheidend sind unter anderem ausreichende Platzverhältnisse, Durchfahrtshöhe und Tragfähigkeit sowie eine Verkehrsführung, die mit großen Fahrzeugen genutzt werden kann. Ungeeignete Ladestationen können deshalb zu Umwegen und Verzögerungen im Transportablauf führen.
Mit der neuen Kennzeichnung sollen Lkw-Fahrer geeignete Ladepunkte gezielter auswählen können. Gleichzeitig können Betreiber ihre speziell für Nutzfahrzeuge ausgelegte Ladeinfrastruktur besser sichtbar machen.
Das gewinnt mit der steigenden Zahl batterieelektrischer Lkw an Bedeutung. Im ersten Halbjahr 2026 lag der Anteil elektrisch aufladbarer Fahrzeuge bei den deutschen Lkw-Neuzulassungen über 3,5 Tonnen nach den im Ausgangstext genannten Zahlen bei rund 8,7 Prozent.
Für Transportunternehmen wird neben der Zahl der Ladepunkte damit zunehmend relevant, ob die vorhandenen Standorte tatsächlich mit schweren Nutzfahrzeugen angefahren und genutzt werden können.
Das Update erweitert außerdem die Preisinformationen. Vor Beginn eines Ladevorgangs können Nutzer eine detaillierte Aufschlüsselung der anfallenden Kosten einsehen.
Angezeigt werden unter anderem Energiepreis, Start- und Zeitgebühren, mögliche Standzeitkosten und Auslastungszuschläge. Auch Mehrwertsteuer und gegebenenfalls eine Währungsumrechnung werden berücksichtigt.
Gerade für gewerbliche Flotten kann diese Transparenz wichtig sein, weil sich die tatsächlichen Ladekosten je nach Tarif und Standort aus mehreren Preisbestandteilen zusammensetzen können.
Weitere Funktionen betreffen die administrative Abwicklung der Ladevorgänge. Rechnungen und Erstattungsdokumente können direkt über die App heruntergeladen werden.
Zudem wurde die Erkennung von QR-Codes erweitert. An einer größeren Zahl von Ladestationen sollen Ladevorgänge dadurch per Scan gestartet werden können.
Die App gehört zum E-Mobility-Serviceangebot von Last Mile Solutions und kann von Partnerunternehmen auch als White-Label-Lösung im eigenen Markendesign eingesetzt werden.
Nach Angaben des Unternehmens bietet sie Zugriff auf mehr als 800.000 Ladepunkte. Verfügbar ist sie für iOS und Android in zehn Sprachen.
Für den Straßengüterverkehr ist vor allem die neue Lkw-Kennzeichnung relevant. Mit einer wachsenden E-Lkw-Flotte wird neben Ladeleistung und Verfügbarkeit zunehmend die Frage entscheidend, ob Fahrer bereits bei der Routenplanung zuverlässig erkennen können, welche Ladeplätze mit einem schweren Nutzfahrzeug tatsächlich nutzbar sind.