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Schmiergeldaffäre: Früherer Chef von MAN Turbo muss vor Gericht

02.06.2010 15:31 Uhr
Schmiergeldaffäre: Früherer Chef von MAN Turbo muss vor Gericht
Der frühere Chef der MAN-Turbomaschinen-Sparte muss sich vor dem Landgericht München wegen des Vorwurfs der Bestechung ausländischer Amtsträger verantworten
© Foto: ddp/Lennart Preiss

Vorwurf der Bestechung ausländischer Amtsträger / Prozessauftakt am 23. Juni / Ermittlungen gegen weitere ehemalige Mitarbeiter laufen

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München. Die Schmiergeldaffäre beim Münchner Maschinenbau- und Nutzfahrzeugkonzern MAN hat nun auch ein erstes juristisches Nachspiel. Der frühere Chef der Turbomaschinen-Sparte muss sich vom 23. Juni an vor dem Landgericht München I wegen des Vorwurfs der Bestechung ausländischer Amtsträger verantworten, wie das Gericht am Mittwoch in München mitteilte. Die Staatsanwaltschaft hatte Anfang Dezember Anklage gegen den 66 Jahre alten Heinz Jürgen M. erhoben. Nun hat das Gericht die Klage zur Hauptverhandlung zugelassen.

Die Anklage gegen M. ist bisher die erste im Rahmen der juristischen Aufarbeitung des Schmiergeldskandals, der Ende vergangenen Jahres fast die gesamte Führungsspitze des Dax-Konzerns hinweggefegt hatte. Die Affäre kostete unter anderem Ex- Vorstandschef Håkan Samuelsson und zwei Kollegen die Jobs und belastete den Konzern mit Bußgeldern und Steuernachzahlungen in Höhe von insgesamt rund 220 Millionen Euro.

Die Staatsanwaltschaft München I ermittelt derzeit noch gegen weitere ehemalige Mitarbeiter, will zu Details der Verfahren aber keine Stellung nehmen. Wann es zu weiteren Anklagen komme, sei derzeit noch absehbar, sagte ein Sprecher der Behörde auf Anfrage.

Der frühere Turbo-Chef hatte den Bereich von Januar 2002 bis September 2007 geleitet. Er soll 2004 in Kasachstan die Zahlung von gut neun Millionen Euro veranlasst haben, um an einen Auftrag zur Modernisierung einer Gaspipeline zu kommen. Die Schmiergeldaffäre war im Mai 2009 ins Rollen gekommen.

Im Geschäft mit Lastwagen und Turbomaschinen sollen Gelder an Mitarbeiter von Kundenfirmen geflossen sein, um den Verkauf anzukurbeln. Rund 70 Anwälte, Steuerexperten und Wirtschaftsprüfer hatten daraufhin die Zahlungen der vergangenen zehn Jahre unter die Lupe genommen. (dpa)

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