MAN Truck & Bus hat im ersten Halbjahr 2026 in einem schwierigen Marktumfeld zugelegt, wie das Unternehmen mitteilt: Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 6 Prozent auf 6,98 Milliarden Euro. Der Absatz erhöhte sich um 8 Prozent auf 50.939 Fahrzeuge. Auch der Auftragseingang entwickelte sich positiv und legte um 6 Prozent auf 55.456 Einheiten zu.
Das bereinigte operative Ergebnis verbesserte sich auf 486 Millionen Euro. Das waren 80 Millionen Euro mehr als im ersten Halbjahr 2025. Die bereinigte operative Rendite stieg von 6,1 auf 7,0 Prozent.
MAN sieht sich trotz schwachem Markt stabil aufgestellt
Vor allem der deutsche Markt blieb nach Unternehmensangaben herausfordernd. Im Vergleich zum übrigen europäischen Markt entwickelte sich Deutschland schwächer.
MAN-CEO Alexander Vlaskamp ordnete die Entwicklung wie folgt ein: „Wir sind bei MAN in einem schwachen Markt in unserem Kerngeschäft nun seit dreieinhalb Jahren solide unterwegs. Bei der weiteren Verbesserung unserer Wettbewerbsfähigkeit dürfen wir aber jetzt nicht nachlassen. Dazu haben wir verschiedene Initiativen gestartet und sie unter dem Vorhaben ‘MAN Next Level’ zusammengefasst – darunter beispielsweise das Programm zur Verbesserung unserer Performance ‘MAN2030+’ oder das Programm zur beschleunigten Nutzung neuer Technologien, unseren AI Accelerator“, sagte Vlaskamp.
Umsatz steigt auf knapp sieben Milliarden Euro
Beim Umsatz erreichte MAN Truck & Bus im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 6,982 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es 6,616 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von sechs Prozent.
Der größte Umsatzanteil entfiel weiterhin auf Neufahrzeuge. Dieses Geschäft wuchs von 3,983 Milliarden Euro auf 4,294 Milliarden Euro. Das Vehicle-Services-Geschäft legte von 1,462 Milliarden Euro auf 1,499 Milliarden Euro zu. Die sonstigen Umsätze stiegen leicht von 1,172 Milliarden Euro auf 1,188 Milliarden Euro.
Absatz wächst bei Lkw, Bussen und Transportern
Beim Fahrzeugabsatz verkaufte MAN im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 50.939 Einheiten. Im ersten Halbjahr 2025 waren es 47.034 Fahrzeuge. Besonders die Lkw-Sparte trug zum Wachstum bei: Der Lkw-Absatz stieg um zehn Prozent auf 31.680 Fahrzeuge.
Auch bei Bussen und Transportern verzeichnete MAN Zuwächse. Der Busabsatz erhöhte sich um zwei Prozent auf 3.292 Einheiten. Beim MAN TGE stieg der Absatz um sechs Prozent auf 15.987 Fahrzeuge.
Im zweiten Quartal 2026 setzte MAN insgesamt 27.300 Fahrzeuge ab.
Elektro-Lkw und E-Busse wachsen um 37 Prozent
Besonders deutlich fiel das Wachstum bei vollelektrischen Fahrzeugen aus. MAN verkaufte im ersten Halbjahr 2026 rund 1.100 vollelektrische Fahrzeuge. Das entspricht einem Plus von 37 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Nach Unternehmensangaben entfielen davon rund 600 Einheiten auf Elektro-Lkw und rund 500 Einheiten auf E-Busse. Damit wächst das Elektrogeschäft weiterhin stärker als der Gesamtabsatz.
MAN erweitert elektrisches Nutzfahrzeug-Portfolio
Beim Produktangebot verweist MAN auf ein vollelektrisches Lkw-Portfolio von 12 bis 50 Tonnen. Es reicht von leichten Verteileranwendungen bis zum schweren Fernverkehr.
Auch für kommunale Anwendungen und Rettungsdienste erweitert MAN das Angebot. Vorgestellt wurde ein vollelektrisches Drehleiter-Fahrzeug für Feuerwehren unter 16 Tonnen auf Basis des neuen batterieelektrischen eTGM. Im österreichischen Judenburg sind zudem bereits elektrische Müllsammelfahrzeuge von MAN im Einsatz.
Weitere Werke für E-Fahrzeuge vorbereitet
Für den Hochlauf der Elektromobilität baut MAN die Produktion weiter aus. Das Werk Krakau wurde als zweites Lkw-Werk des Herstellers elektrifiziert. Dort startete im Juli die Serienproduktion der leichten Elektro-Lkw-Baureihe MAN eTGL. Später im Jahr 2026 soll in Krakau außerdem der neue mittelschwere MAN eTGM vom Band laufen. Damit wird der Standort nach München das zweite MAN-Werk für elektrische Lkw. In München entstehen die schweren Elektro-Lkw MAN eTGX und MAN eTGS.
Finanzvorständin erwartet weiter verhaltene Nachfrage
Für das Gesamtjahr 2026 rechnet MAN weiter mit Unsicherheiten. MAN-Finanzvorständin Inka Koljonen sagte: „Wir sind weiter auf Kurs. MAN liefert auf einem konstanten Niveau verlässlich gute Ergebnisse und einen starken Cashflow. Gegenüber Vorjahr konnten wir das operative Ergebnis nochmals um 0,8 Prozentpunkte steigern. Das ist bemerkenswert in einem sehr volatilen Marktumfeld. Die Zahlen spiegeln auch die Wirkung unserer Initiativen der letzten Jahre zur Verbesserung unserer Cash-Position und Profitabilität wider. Für das Gesamtjahr 2026 gehen wir davon aus, dass die Nachfrage, vor allem in Deutschland, weiterhin eher verhalten bleibt und der Markt auch weiter von Unsicherheiten geprägt sein wird“, sagte Koljonen.