Iran-Krieg verunsichert Unternehmen in Deutschland

15.04.2026 13:00 Uhr | Lesezeit: 3 min
Der Schriftzug „ifo Institut - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e. V. ist am 15.10.2024 an einem Schild vor dem Hauptsitz der Forschungseinrichtung in München (Bayern) zu sehen.
Laut dem Ifo-Institut ist die wirtschaftliche Unsicherheit so hoch wie seit 2024 nicht (Symbolbild)
© Foto: Matthias Balk/picture alliance

Der Iran‑Krieg lässt die Unsicherheit in der deutschen Wirtschaft steigen. Laut Ifo fällt es immer mehr Unternehmen schwer, ihre Zukunft einzuschätzen.

Die wirtschaftliche Unsicherheit in Deutschland steigt spürbar an. Nach einer aktuellen Konjunkturumfrage des Ifo-Instituts reagieren viele Unternehmen angesichts der Folgen des Iran‑Kriegs zunehmend zurückhaltend. Die Auswirkungen auf das eigene Geschäft seien derzeit für viele Betriebe nur schwer einzuschätzen, erklärte Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo‑Umfragen.

Höchster Unsicherheitswert seit Februar 2024

Im März gaben 78,6 Prozent der befragten Unternehmen an, dass es ihnen schwer oder eher schwerfalle, ihre künftige Geschäftsentwicklung zu beurteilen. Im Februar lag dieser Wert noch bei 75,4 Prozent. Damit erreicht der Indikator für wirtschaftliche Unsicherheit den höchsten Stand seit Februar 2024.

Industrie besonders stark betroffen

Am stärksten zeigt sich die Unsicherheit laut Ifo in der Industrie. Dort berichten 87,7 Prozent der Unternehmen von Schwierigkeiten bei der Einschätzung ihrer Perspektiven. Dieser hohe Wert liegt bereits seit Oktober 2021 dauerhaft über 80 Prozent und spiegelt neben der aktuellen geopolitischen Lage auch strukturelle Probleme der Branche wider.

Energiepreise und Lieferketten als zentrale Risiken

Die Unternehmen sehen sich derzeit mit einer Vielzahl von Risiken konfrontiert. Dazu zählen insbesondere steigende Energiepreise sowie mögliche Störungen der Lieferketten. Mit zunehmender Dauer der Unsicherheit geraten aus Sicht des Ifo-Instituts Investitionen und Wachstum verstärkt unter Druck. Der Iran‑Krieg hat die Energiekosten in den vergangenen Wochen deutlich steigen lassen und die Lieferketten zusätzlich belastet.

Dienstleistungssektor und Logistik ebenfalls betroffen

Auch außerhalb der Industrie nahm die Unsicherheit zu. Im Dienstleistungssektor stieg der Anteil der betroffenen Unternehmen um mehr als fünf Prozentpunkte auf 72,0 Prozent. Besonders ausgeprägt ist der Anstieg in den Bereichen Transport und Logistik.

Im Handel blieb die Unsicherheit auf einem ohnehin hohen Niveau und erhöhte sich leicht weiter.




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