Der Streik der "Unatras" ist abgesagt und trotzdem droht in Italien erneut der Ausnahmezustand. In sämtlichen Sektoren soll am Freitag, 29. Mai 2026, die Arbeit niedergelegt werden. Einschränkungen drohen dann im Bahnverkehr, im öffentlichen Nahverkehr, zur See und in der Luft sowie an Schulen, Behörden und in der Logistik.
Einigung von Unatras und italienischer Regierung
In letzterer konnte jedoch der Arbeitskampf der "Unatras", des Dachverbands mehrere italienischer Transportverbände, gerade noch abgewendet werden. Die Verhandlungen zwischen der "Unatras" und der italienischen Regierung wurden als konstruktiv erachtet, im Palazzo Chigi wurden eine schnellere Rückerstattung der Diesel-Akzisen, steuerliche Entlastungen sowie eine zusätzliche Unterstützung in Höhe von 200 Millionen Euro für die Branche zugesagt. Auch beim Aufschub von Zahlungen konnte eine Einigung zwischen der Regierung und den Gewerkschaftlern erzielt werden. Die Voraussetzungen für die Aussetzung des Streiks, so betonte die "Unatras" nach den erfolgreichen Gesprächen, seien damit gegeben. Weitere Gespräche zur Zukunft der Branche, so wurde ebenfalls vereinbart, sollen folgen.
Generalstreik findet trotzdem statt
Dass der für den Zeitraum zwischen dem 25. und 29. Mai 2026 angesetzte Streik abgeblasen wurde, hat jedoch keine Auswirkungen auf den Generalstreik am Freitag, 29. Mai 2026, der dennoch stattfinden soll. Leicht zeitversetzt sollen verschiedene Sektoren dann über jeweils 24 Stunden bestreikt werden. Im Luftverkehr wird es in der Zeit zwischen 00.00 Uhr und 23.59 Uhr Einschränkungen geben, bei der Bahn ab Donnerstag, 28. Mai 2026, 21 Uhr bis 21 Uhr am Folgetag, im Seeverkehr zeitgleich mit dem Luftverkehr (bei den großen Inseln jedoch bereit ab einer Stunde vor den geplanten Abfahrten). Auch an den Autobahnen wird ab Donnerstag, 28. Mai 2026, 22 Uhr, für 24 Stunden gestreikt.
Beim Generalstreik geht es jedoch anders als beim abgesagten Streik der "Unatras" nicht konkret um hohe Dieselpreise und steigende Betriebskosten für Transportunternehmen, sondern um steigende Lebenshaltungs- und Energiekosten in generell, um niedrige Löhne, Einsparungen im Sozialbereich sowie die Unsicherheit auf dem Arbeitsmarkt.