Neue Lkw‑Maut: Flotten können Systeme vorab testen

29.05.2026 11:28 Uhr | Lesezeit: 3 min
Lkw in Mautstelle
Toll4Europe startet Pilotbetrieb für Lkw‑Maut in den Niederlanden (Symbolbild)
© Foto: Serhii/ AdobeStock (KI-generiert)

Vor dem Start der Lkw‑Maut in den Niederlanden können Flotten die Systeme im Testbetrieb prüfen. So lassen sich Abläufe ohne Kosten vorbereiten.

Niederlande starten Lkw‑Maut – Testphase für Flotten läuft an

Mit Blick auf die Einführung der kilometerabhängigen Lkw‑Maut in den Niederlanden zum 1. Juli 2026 beginnt für Speditionen die entscheidende Vorbereitungsphase. Der EETS‑Anbieter Toll4Europe bietet Flottenbetreibern dafür ab sofort eine Vorabaktivierung an, mit der sich der Mautbetrieb im Alltag testen lässt.

Testbetrieb ohne Kosten möglich

Im Rahmen dieser Pilotphase können Fahrzeuge bereits vollständig in das neue Mautsystem eingebunden werden. Die On‑Board Units (OBU) arbeiten dabei wie im späteren Regelbetrieb: Strecken werden erfasst, Prozesse laufen im Hintergrund.

Der entscheidende Unterschied: Der Tarif ist zunächst auf null gesetzt, sodass während der Testphase keine Mautgebühren entstehen. Unternehmen können so ihre Abläufe unter realistischen Bedingungen prüfen und optimieren.

Neue Maut ersetzt Eurovignette

Ab Juli führt die Niederlande ein satellitengestütztes Mautsystem ein, das die bisherige Eurovignette ersetzt. Die Gebühr wird künftig streckenabhängig pro Kilometer erhoben.

Erfasst werden:

  • nahezu alle Autobahnen
  • sowie Teile des nachgeordneten Straßennetzes

Für betroffene Unternehmen bedeutet dies eine grundlegende Umstellung der Abrechnungs- und Dispositionsprozesse.

Vorbereitung entscheidend für reibungslosen Start

Die Vorabaktivierung soll helfen, typische Probleme vor dem Stichtag zu erkennen und zu beheben. Sobald die Gebühren am 1. Juli freigeschaltet werden, ist keine weitere Anpassung erforderlich.

Für Flottenbetreiber reduziert sich damit das Risiko:

  • von technischen Störungen
  • von Fehlbuchungen
  • sowie von Bußgeldern bei fehlender Registrierung

Wichtige To‑dos für Speditionen

Neben der Testphase müssen weitere organisatorische Schritte rechtzeitig erledigt werden. Dazu zählen insbesondere:

  • Prüfung, ob die eigene Flotte mautpflichtig ist
  • Zusammenstellung der relevanten Fahrzeugdaten (Gewicht, Emissionsklasse)
  • Anpassung oder Abschluss von EETS‑Verträgen
  • Sicherstellung des funktionsfähigen OBU‑Systems
  • Information von Fahrern und Disponenten über neue Regeln

Auch mögliche Ausnahmen und Befreiungen sollten frühzeitig beantragt werden.

Mehr Planungssicherheit für Flottenbetrieb

Durch die Kombination aus Testphase und frühzeitiger Vorbereitung soll der Übergang in das neue System für Unternehmen möglichst reibungslos verlaufen.

Gerade für international tätige Speditionen mit hohem Verkehrsaufkommen in den Benelux‑Ländern ist eine stabile Mautabwicklung entscheidend, um Standzeiten, Fehlbuchungen und Zusatzkosten zu vermeiden.


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