Am 28. Mai fand der traditionelle Currywurst-Abend des GVN statt. Wie immer ein gelungenes Netzwerktreffen unter reger Politikbeteiligung: In Anlehnung an den bekannten Song von Herbert Grönemeyer eröffnete GVN-Hauptgeschäftsführer Benjamin Sokolovic mit einem Currywurst-Bonmot: „Sie ist ein bemerkenswert ehrliches Produkt: direkt, verständlich und sie kommt ohne lange Genehmigungsverfahren auf den Punkt,“ konnte er sich einen Seitenhieb auf Hemmnisse im Transportgewerbe nicht verbeißen.
Der Gesamtverband Niedersachsen vertritt fünf Fachvereinigungen. Für den Bereich Güterverkehr, Spedition, Logistik und Möbelspedition forderte Sokolovic mehr Respekt und Wertschätzung ein. „Ein besonders drängendes Problem ist die CO2-Doppelbelastung unserer Unternehmen. Die ist falsch und im EU- Wettbewerb nicht fair, weil es die Regierungen unserer Wettbewerber im Osten ihren Unternehmen nicht zumuten. Und wir wundern uns über sinkende Marktanteile der deutschen Logistik.“
Der GVN-Chef forderte die anwesenden Politiker außerdem auf, eine dauerhafte Absenkung der Energiesteuer auf europäisches Mindestniveau und eine Politik, die heimischen Betriebe und Arbeitsplätze in den Vordergrund stellt zu forcieren. „Seit 2021 gibt es in Deutschland die vorgezogene CO2-Abgabe auf den Treibstoff, während alle Wettbewerber im Osten, diese Abgabe erst im Jahr 2028 einführen.“
Beim Thema Phantomfrachtführer beobachtet der GVN inzwischen Strukturen der organisierten Kriminalität. „Deshalb brauchen wir mehr Hilfe von den zuständigen Ministerien, mehr Kontrollen, mehr Strafverfolgung und mehr Aufmerksamkeit für die Logistik“, argumentierte Sokolovic. Er beklagte außerdem, dass Sonderabgaben, Steuererhöhungen und fragwürdiger Gegenfinanzierung die aktuellen Probleme nur verschärfen würden.
„Ein weiteres zentrales Problem ist der Fahrermangel. Das ist mit 110.000 fehlenden Kraftfahrern ein echtes Versorgungsproblem. Wir brauchen mehr Ausbildung, günstigere Führerscheine und endlich praktikable Regeln für Zuwanderung in den Arbeitsmarkt. 540 Ausländerbehörden in 16 Bundesländern sind nicht der richtige Weg!“, fasst Sokolovic zusammen.