Brüssel will Schengen-Kontrollen schrittweise beenden

02.06.2026 15:14 Uhr | Lesezeit: 3 min
Grenzkontrollen Lkw Polen, Tschechien, Deutschland
EU drängt auf Abbau der Grenzkontrollen (Symbolbild)
© Foto: Frank Hammerschmidt/ picture alliance

Die EU-Kommission fordert den schrittweisen Abbau der Grenzkontrollen. Alternative Maßnahmen sollen Sicherheit gewährleisten und Verkehr entlasten.

Die EU-Kommission fordert Deutschland und weitere Mitgliedstaaten auf, ihre Binnengrenzkontrollen im Schengen-Raum schrittweise zurückzufahren. Nach Einschätzung der Behörde sollten die Staaten darauf hinarbeiten, die Maßnahmen nach und nach aufzuheben.

Hintergrund ist die wachsende Zahl an Ländern, die seit Monaten wieder Kontrollen an innereuropäischen Grenzen durchführen.

Alternativen zu stationären Kontrollen vorgeschlagen

Nach Ansicht der Kommission existieren inzwischen effizientere Instrumente zur Sicherung der Grenzen. Dazu zählen insbesondere:

  • gezielte Polizeikontrollen statt dauerhafter Grenzüberwachung
  • der Einsatz digitaler Technologien
  • etwa bei biometrischer Identifizierung
  • sowie Fahrzeugortung und Datenauswertung

Diese Ansätze sollen die Sicherheit gewährleisten, ohne den freien Personen- und Warenverkehr unnötig zu beeinträchtigen.

Grenzkontrollen nur als Ausnahme gedacht

Die EU betont, dass Grenzkontrollen innerhalb des Schengen-Raums laut europäischem Recht zwar zulässig sind, jedoch nur als kurzfristige Ausnahmemaßnahme gelten. Reguläre Kontrollen an Binnengrenzen widersprechen grundsätzlich dem Prinzip des freien Verkehrs innerhalb der EU und können zu wirtschaftlichen Nachteilen führen.

Deutschland verlängert Kontrollen mehrfach

Deutschland kontrolliert seine Grenzen bereits seit September 2024 wieder. Die Maßnahmen wurden seitdem mehrfach verlängert, zuletzt bis Mitte September 2026. Auch andere Länder wie Frankreich, Österreich, Italien, die Niederlande oder Schweden haben vergleichbare Kontrollen eingeführt. Diese Entwicklung zeigt, dass sich der Schengen-Raum weiterhin unter sicherheitspolitischem Druck befindet.

Freier Verkehr als wirtschaftlicher Faktor

Die EU-Kommission sieht in der Rückkehr zu offenen Grenzen eine zentrale Voraussetzung für das Funktionieren des Binnenmarkts. Grenzkontrollen führen laut Einschätzung der EU zu:

  • Verzögerungen im grenzüberschreitenden Verkehr
  • zusätzlichen Kosten für Unternehmen
  • sowie Einschränkungen für Pendler und Logistik

Bedeutung für Transport und Logistik

Für die Transportbranche haben Grenzkontrollen unmittelbare Auswirkungen. Selbst kurze Stichprobenkontrollen können im Güterverkehr zu Verzögerungen entlang wichtiger Transportkorridore führen.

Ein Abbau der Maßnahmen würde daher:

  • Planungssicherheit erhöhen
  • Transportzeiten stabilisieren
  • und logistische Prozesse vereinfachen

Gleichzeitig bleibt offen, ob und wann die Mitgliedstaaten den Empfehlungen folgen werden.

HASHTAG


#Grenzkontrollen

MEISTGELESEN


STELLENANGEBOTE


KOMMENTARE

SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!


NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


Die VerkehrsRundschau ist eine unabhängige und kompetente Abo-Fachzeitschrift für Spedition, Transport und Logistik und ein tagesaktuelles Online-Portal. VerkehrsRunschau.de bietet aktuelle Nachrichten, Hintergrundberichte, Analysen und informiert unter anderem zu Themen rund um Nutzfahrzeuge, Transport, Lager, Umschlag, Lkw-Maut, Fahrverbote, Fuhrparkmanagement, KEP sowie Ausbildung und Karriere, Recht und Geld, Test und Technik. Informative Dossiers bietet die VerkehrsRundschau auch zu Produkten und Dienstleistungen wie schwere Lkw, Trailer, Gabelstapler, Lagertechnik oder Versicherungen. Die Leser der VerkehrsRundschau sind Inhaber, Geschäftsführer, leitende Angestellte bei Logistikdienstleistern aus Transport, Spedition und Lagerei, Transportlogistik-Entscheider aus der verladenden Wirtschaft und Industrie.