Neue Tankstellenregel: 2,327 Euro - Dieselpreis steigt auf Rekordhoch

02.04.2026 14:15 Uhr | Lesezeit: 1 min
HVO kann auch bei DKV-Tankstellen getankt werden
Am 1. April stiegen die Dieselpreis an deutschen Tankstellen auf ein Rekordhoch. Das zeigen Zahlen des ADAC. Auch die Verbraucherzentralen mahnen, die seit Monatsbeginn geltenden neuen Preisregeln genau zu beobachten (Symbolbild)
© Foto: DKV Mobility

Für die Bundesregierung ist es ein unglückliches Zusammentreffen: Am ersten Geltungstag der neuen Regeln für Preiserhöhungen an den Tankstellen erreicht der Dieselpreis einen neuen Rekordwert.

Trotz Maßnahmenpakets der Bundesregierung gegen den Anstieg der Spritpreise ist der Dieselpreis in Deutschland so hoch wie nie zuvor.

Im bundesweiten Tagesdurchschnitt kostete am Mittwoch, den 1. April, ein Liter Diesel 2,327 Euro und übertraf damit den alten Rekord aus dem März 2022 um 0,6 Cent. Das geht aus Daten des ADAC hervor. Die Zahl ist allerdings nicht inflationsbereinigt.

Am Donnerstagmittag sprangen die Preise dann laut ADAC bundesweit ein weiteres Mal in die Höhe: Von durchschnittlich 2,297 Euro pro Liter Diesel um 11.45h auf 2,415 Euro um 12.15 h. Dies sind nicht Tagesdurchschnitte, sondern die Höchstwerte.

Am Mittwoch waren auch die von der Berliner Koalition im Eilverfahren beschlossenen neuen Vorschriften in Kraft getreten: Nun dürfen die Spritpreise an den Tankstellen nur noch einmal täglich um 12 Uhr mittags erhöht werden.

Preissenkungen sind jederzeit erlaubt. Vorbild der Regel ist Österreich. Die Spritpreise sind infolge des Irankriegs in den vergangenen Wochen weltweit gestiegen und die Bundesregierung hat mit den neuen Vorschriften darauf reagiert.

Funktionieren die neuen Vorschriften an der Tankstelle? Kritik vom ADAC

Der ADAC kritisierte die Preiserhöhungen des Mittwochs als unangemessen, da der Rohölpreis zwischen 31. März und dem 1. April gesunken sei. „Die Sorge des ADAC scheint sich zu bestätigen, dass Mineralölkonzerne im Zweifel einen Risikoaufschlag machen, weil sie Kraftstoffpreise nur noch einmal täglich erhöhen können“, sagte ein Preisexperte des Autoclubs in München.

Die Neuregelung reduziere das hohe Preisniveau offenbar eher nicht. „Nach Überzeugung des ADAC ist es nun Aufgabe des Bundeskartellamtes, Mineralölkonzerne zur Mäßigung zu bewegen.“

Auch die Verbraucherzentralen sehen vorerst keine entscheidende Preisdämpfung dadurch, dass Tankstellen die Preise jetzt nur noch einmal am Tag um 12 Uhr erhöhen dürfen. Die Chefin des Bundesverbands, Ramona Pop, sagte der Deutschen Presse-Agentur am 2. April: „Aktuell sieht es nicht danach aus, dass die neue Regel Tanken wirklich günstiger macht.“

Verbraucherzentrale mahnt zur raschen Bewertung der Preisregel

Es zeichne sich ab, dass die Kraftstoffpreise um 12 Uhr nach oben springen und dann im Tagesverlauf und am nächsten Morgen nachlassen. Sie fordert, dass die Bundesregierung die neue Tankregel schnell bewerten müsse, auch im Hinblick auf den Zeitpunkt der Preisanpassung.


Hintergrund: Teuerung noch geringer als 2022, aber Öl könnte bei längerem Andauern des Iran-Kriegs knapp werden

Inflationsbereinigt ist Diesel in Deutschland allerdings immer noch günstiger als vor vier Jahren: Die Teuerungsraten waren 2022 und 2023 wegen des Ukraine-Kriegs hoch. Doch sollte es US-Präsident Donald Trump nicht gelingen, den von den USA und Israel begonnenen Iran-Krieg wieder zu beenden, warnen Ökonomen bereits vor gravierenden wirtschaftlichen Folgen, nicht nur für Deutschland, sondern für die ganze Welt.

Der weltweite tägliche Ölverbrauch beläuft sich nach Zahlen der Internationalen Energie-Agentur IEA auf etwas über 100 Millionen Fässer (Barrel zu je 159 Liter). Wegen des Iran-Kriegs stehen nach Schätzung des britischen Wirtschaftsforschungsinstituts Oxford Economics dem Weltmarkt täglich etwa zehn Millionen Fässer weniger zur Verfügung. 

Zwar führt der Krieg auch dazu, dass die weltweite Nachfrage ein wenig sinkt. Doch sollte der Krieg ein halbes Jahr andauern, könnte Öl im Spätsommer demnach so knapp werden, dass insbesondere Schwellenländer ihren Verbrauch rationieren müssten, schreiben die Ökonomen in einer Analyse. Für diesen Fall prophezeit das Institut eine globale Rezession. 



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