BGL warnt vor Wettbewerbsverzerrung durch Polens Kraftstoffstrategie

02.04.2026 09:39 Uhr | Lesezeit: 1 min
Links im Bild fährt ein Lkw auf einer Straße, rechts teils transparent darübergeschnitten eine Hand, die in einen Taschenrechner Zahlen eingibt mit einer blauen Grafenlinie, die zum Beispiel wirtschaftliche Entwicklungen darstellen könnte (Auf und ab)
Steigende Dieselpreise belasten die Transportbranche. Der BGL befürchtet: Der Preisdeckel auf Kraftstoffe, den Polen eingeführt hat, könnte massive Wettbewerbsnachteile für deutsche Transporteure nach sich ziehen, da die Preisdifferenz aktuell sehr hoch sei (Symbolbild)
© Foto: Grispb/stock.adobe.com

Polen hat wie andere Länder auch auf die steigenden Kraftstoffpreise reagiert, dort gibt es Preisobergrenzen. Das deutsche Transportgewerbe müsse stärker entlastet werden, so der Verband.

Der Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL) warnt vor massiven Wettbewerbsnachteilen für deutsche Transportunternehmen durch die seit 1. April in Kraft getretene Deckelung von Kraftstoffpreisen in Polen.

Das Nachbarland hat damit – ähnlich wie andere europäische Länder und auch Deutschland – auf die aufgrund des Iran-Kriegs stark angestiegenen Preise für Diesel, Benzin und Co. reagiert. Außerdem hat es die Energiesteuer reduziert und die Mehrwertsteuer abgesenkt.

Politik soll handeln: Doppelbelastung von Maut und CO2-Bepreisung auflösen

Der BGL fordert eine vergleichbare Antwort auf die Preissteigerungen auch von der deutschen Politik für die mittelständischen Transportunternehmen. Deutschland hatte dem Kartellamt mehr Rechte eingeräumt und die seit erstem April geltende Regel eingeführt, dass Tankstellen ihre Preise nur noch einmal täglich um 12 Uhr erhöhen dürfen.

„Während Polen seine Bürger und Unternehmen bei den Dieselpreisen entlastet, werden deutsche Transportunternehmen weiter zur Kasse gebeten“, so BGL-Vorstandssprecher Dirk Engelhardt. Der BGL wendet sich unter anderem gegen die Doppelbelastung durch CO2-Anteil der Lkw-Maut und die CO2-Bepreisung von Kraftstoffen durch den Brennstoffemissionshandel. „Wenn die Bundesregierung jetzt nicht endlich entschlossener handelt, steht das mittelständische deutsche Transportgewerbe vor einem existenziellen Kahlschlag.“

Ausländische Transportunternehmen brauchen ihre Lkw in Deutschland nicht tanken

Um die Wettbewerbsverzerrungen zu verdeutlichen, hat der Verband einmal die Preisdifferenzen durchgerechnet. Demnach liegt der Netto-Dieselpreis in Polen derzeit um 29 Cent je Liter unter dem deutschen Niveau.

Gehe man von 10.000 Kilometern Monatsfahrleistung und 30 Litern Verbrauch pro 100 Kilometer aus, so entstünden einem deutschen Unternehmen 870 Euro Mehrkosten pro Lkw und Monat im Vergleich zu einem Unternehmen, was in Polen tanke.

Ein weiteres Problem sieht der Verband darin, dass ausländische Transporteure Deutschland problemlos durchqueren können, ohne hier tanken zu müssen. 900 Litern Tankvolumen und rund 3.000 Kilometern Reichweite machen dies möglich.

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