EU fördert Ladeinfrastruktur für E‑Lkw

26.06.2026 12:55 Uhr | Lesezeit: 3 min
Henrik Stedt von Scania lädt an einer Ladesäule des Typs Megawatt Charging System (MCS) einen E-Lkw. Am Rasthof Lipperland Süd an der Autobahn A2 wird ein Megawatt-Ladepark für E-Lastkraftwagen eröffnet
EU setzt auf Ladepunkte und Digitalisierung (Symbolbild)
© Foto: picture alliance/dpa | Friso Gentsch

Die EU stellt neue Mittel für Ladeinfrastruktur, Digitalisierung und Grenzverkehr bereit. E‑Lkw stehen dabei besonders im Fokus.

Die Europäische Kommission hat im Rahmen des aktuellen EU‑Haushalts den letzten Förderaufruf der Connecting Europe Facility (CEF) für den Verkehrssektor gestartet. Ein Schwerpunkt liegt auf Investitionen in den Straßengüterverkehr – insbesondere in Ladeinfrastruktur, Digitalisierung und effiziente Grenzabfertigung.

Branchenvertreter bewerten das Paket als wichtiges Signal für die weitere Transformation des Verkehrs.


Schwerpunkt auf Ladeinfrastruktur für E‑Lkw

Ein zentraler Teil der Förderung entfällt auf den Ausbau von Infrastruktur für alternative Antriebe. Insgesamt stehen dafür rund 130 Millionen Euro zur Verfügung.

Gefördert werden unter anderem:

  • öffentlich zugängliche Elektro- und Wasserstoff-Ladepunkte
  • Infrastruktur entlang des TEN‑T‑Netzes
  • sowie Ladeeinrichtungen in wichtigen Verkehrsknoten

Besonderes Augenmerk liegt auf Hochleistungsladen bis hin zu Megawatt‑Lösungen, die für den Einsatz von E‑Lkw im Fernverkehr entscheidend sind.



Öffentliche Ladepunkte im Fokus

Die Förderung konzentriert sich vor allem auf öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur. Auch Anlagen an Logistikstandorten können berücksichtigt werden, sofern sie bestimmte Anforderungen erfüllen und rund um die Uhr zugänglich sind.

Reine Depotlösungen für einzelne Unternehmen sind dagegen aktuell nicht Bestandteil des Programms.


Infrastruktur als Voraussetzung für Dekarbonisierung

Die Mittel knüpfen an bestehende Programme an und sollen den Ausbau der Ladeinfrastruktur weiter vorantreiben. Damit reagiert die EU auf die steigende Nachfrage im Markt und den zunehmenden Druck zur Elektrifizierung von Flotten.

Branchenvertreter sehen darin eine wichtige Voraussetzung, um:

  • Investitionen der Unternehmen zu unterstützen
  • die Marktentwicklung zu beschleunigen
  • und Versorgungslücken zu vermeiden


Digitalisierung und Grenzabwicklung ebenfalls gefördert

Neben der Ladeinfrastruktur werden weitere Bereiche adressiert. Für Digitalisierung und Innovation im Straßenverkehr stehen zusätzliche Mittel bereit.

Gefördert werden unter anderem:

  • Technologien für vernetzte und automatisierte Fahrzeuge
  • Systeme zur Kommunikation zwischen Fahrzeug und Infrastruktur
  • sowie Lösungen zur Optimierung von Transportprozessen

Auch die Verbesserung von Grenzübergängen ist Teil des Programms, um Verzögerungen im internationalen Verkehr zu reduzieren.

Wettbewerb um Fördermittel beginnt

Der aktuelle Aufruf ist die letzte Fördermöglichkeit im laufenden EU‑Haushalt bis 2027. Unternehmen und Projektentwickler können ihre Anträge bis Anfang Oktober einreichen.

Für die Branche bietet sich damit kurzfristig die Chance, Projekte in Infrastruktur und Digitalisierung umzusetzen.


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