Mit dem Hochlauf batterieelektrischer Lkw steigt der Bedarf an leistungsfähiger Ladeinfrastruktur in Europa deutlich. Eine Untersuchung des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI und des International Council on Clean Transportation (ICCT) zeigt nun, wo künftig besonders viel Ladestrom benötigt werden könnte. Ein Ergebnis: Der Bedarf konzentriert sich stark auf vergleichsweise wenige Standorte.
Untersucht wurden die 27 EU-Mitgliedstaaten sowie Großbritannien, Norwegen und die Schweiz. Grundlage ist ein Modell, das den Ladebedarf regional und zeitlich detailliert abbildet. Berücksichtigt werden sowohl Ladevorgänge in Betriebshöfen als auch öffentliche Ladestopps unterwegs.
E-Lkw benötigen bis 2035 rund 100 TWh Ladestrom
In allen untersuchten Szenarien nimmt der Energiebedarf für batterieelektrische Lkw deutlich zu. Unter günstigen politischen Rahmenbedingungen könnte der jährliche Ladestrombedarf bis 2035 auf rund 100 Terawattstunden steigen. Für 2045 werden in diesem Szenario etwa 200 Terawattstunden angesetzt.
Besonders hoch fällt der Bedarf erwartungsgemäß in großen Güterverkehrsmärkten wie Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien und Italien aus.
Dabei verteilt sich die Nachfrage keineswegs gleichmäßig. Güterverkehrskorridore, Industriegebiete und große Logistikstandorte entwickeln sich zu Schwerpunkten. Für Netzbetreiber und Betreiber von Ladeinfrastruktur wird damit entscheidend, Investitionen räumlich gezielt zu planen.