Koalition findet einheitliche Position zum Verbrenner-Aus

13.04.2026 10:47 Uhr | Lesezeit: 3 min
EU-Flagge
Es dürfe in Brüssel kein „German-Vote“ geben , sagte Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD)
© Foto: Aintschie/ AdobeStock

Die Bundesregierung hat sich jetzt auf eine gemeinsame Position zum Vorschlag der EU-Kommission zur Abschwächung beim Verbot der Neuzulassung von Autos mit Verbrennungsmotor geeinigt.

Nach einer langen Diskussionen haben sich Union und SPD auf eine gemeinsame Position für die Verhandlungen auf EU-Ebene zur Lockerung beim sogenannten „Verbrenner-Aus“ geeinigt. „Wir gehen mit vollständiger Energieoffenheit in die Beratungen in Brüssel“, sagte Kanzler Friedrich Merz (CDU) am Montag, 13. April, in Berlin. Die Bundesregierung gehe „mit sehr guter Position geschlossen und mit Nachdruck in die Verhandlungen“. Die EU-Kommission hatte im Dezember vorgeschlagen, auch nach 2035 in der EU Autos mit Verbrennungsmotor neu zuzulassen – dies bedeutet eine Abkehr vom ursprünglich ausgehandelten Aus für eine Neuzulassung von Fahrzeugen mit Verbrennermotor.

Unterstützung der Zuliefererbranche

Künftig soll es Ausnahmen geben, wonach nur noch bis zu 90 Prozent CO2 im Vergleich zum Basisjahr 2021 eingespart werden müssen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder nannte den bisherigen Vorschlag der EU zum Verbrenner-Aus ein großes Eigentor für Deutschland. „Wir dürfen China nicht einfach den wichtigen Markt schenken“, sagte der CSU-Chef. Das Auto-Paket der Koalition sichere Arbeitsplätze und helfe auch der Zulieferbranche.

EU-Binnenmarkt stärken

Es dürfe in Brüssel kein „German-Vote“ geben bei einer so wichtigen Frage, sagte SPD-Chef und Bundesfinanzminister Lars Klingbeil. Er glaube weiterhin an eine Zukunft des E-Autos, aber bis dahin brauche es mehr Flexibilität, auch um den EU-Binnenmarkt zu stärken. Als „German Vote“ wird die deutsche Enthaltung bei einer Abstimmung im Rat der Europäischen Union bezeichnet, meist aufgrund von Uneinigkeiten innerhalb der Bundesregierung.

Erneuerbare Kraftstoffe und Biokraftstoffe

Die Koalition aus Union und SPD setzt auf EU-Ebene auch für weitere Punkte ein. So fordert Deutschland etwa, dass Fahrzeuge, die ausschließlich mit erneuerbaren Kraftstoffen oder modernen Biokraftstoffen betrieben werden, im Rahmen der Flottenregulierung unverzüglich als Nullemissionsfahrzeuge angerechnet werden können. Auch sogenannte Plug-in-Hybride und Fahrzeuge mit Reichweitenverstärker sollen nach dem Willen von Union und SPD weiter möglich sein. Die Verschärfung des Rechenfaktors („Utility Factors“) ab 2027 soll ausgesetzt werden. Der Faktor zeigt an, wie gut Plug-in-Hybride zum Erreichen der Klima- und Flottenziele der Hersteller beitragen.

Abstimmung im EU-Rat für Juni geplant

Union und SPD hatten sich in den vergangenen Wochen innerhalb der Bundesregierung nicht auf eine gemeinsame Positionierung in der Debatte einigen können, wie die Vorschläge der EU-Kommission zu bewerten sind. CDU und CSU lehnten sie ab. Die SPD hatte sich aber zunächst nicht derart klar positioniert, weshalb sich die Bundesregierung in der Schlussabstimmung enthalten müsste. Im Juni wird der EU-Rat final über die Vorschläge abstimmen. Zuvor wird das Thema auch im EU-Parlament nochmals zur Abstimmung gebracht.


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