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Still nimmt Markt für Einsteigergeräte ins Visier

Still setzt künftig auf zwei Produktlinien: die Premiumlinie „Xcellence“ sowie die "Classic Line" für weniger anspruchsvolle Einsätze
© Foto: VerkehrsRundschau/Mareike Haus

Intralogistikanbieter Still wird eine neue Linie mit erschwinglichen und vor allem schnell verfügbaren Flurförderzeugen für einfache oder gelegentliche Einsätze etablieren.


Datum:
23.09.2022
Autor:
Mareike Haus
Lesezeit: 
3 min
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Still hat auf seinen Pressetagen am 21. und 22. September in Hamburg unter dem Motto „Making Intralogistics Smart. Together“ seine neue Produktstrategie vorgestellt. Neben der Linie „Xcellence“, die vor allem individuelle Fahrzeuglösungen für anspruchsvolle Aufgaben mit viel Ausstattungsmöglichketen umfasst, richtet sich der Hamburger Flurförderzeug-Spezialist mit der „Classic Line“ künftig verstärkt auch an Kunden mit weniger komplexen Anforderungen. „Nicht alles, was möglich ist, ist auch immer vernünftig“, begründete Frank Müller, Senior Vice President Brand Management, die Produktstrategie und läutete damit eine partielle Abkehr vom Prinzip „höher, schneller weiter“ ein. Die „Classic Line“ bietet passend dazu Einstiegslösungen mit klarem Fokus auf Kernfunktionen: standardisiert und ohne das volle Paket an Ausstattungsvarianten, dafür aber schnell verfügbar und zu vergleichsweise günstigen Preisen.

Schon jetzt hat Still Lagertechnikprodukte und verbrennungsmotorische Gabelstapler mit einem C im Kürzel im Programm. Laut Karl Knipfelberg, Vice President Product Management Gegengewichtsstapler, verzeichne man im Markt derzeit eine stark wachsende Nachfrage nach Geräten, „die sich auf das Wesentliche konzentrieren.“ Die „Classic Line“ soll daher sukzessive zu einem vollständigen Produktportfolio ausgebaut werden. Damit erschließt sich Still nicht zuletzt auch neue Zielgruppen und Märkte, in denen der für seine Premium-Geräte bekannte Hersteller bisher eher eine Nebenrolle gespielt hat. Laut Frank Müller könnten sich die Kunden darauf verlassen, dass es auch in der günstigeren Classic Line „keine Abstriche bei Qualität, Sicherheit oder Service“ geben werde.

Fokus auf Energieeffizienz und Nachhaltigkeit

„Herzstück“ von Still werde jedoch weiterhin die Xcellence Line bleiben, betone Müller. Hier wurde insbesondere die RXE-Serie, die nächste Generation der Elektrogabelstapler, ins Feld geführt, die künftig die bestehende RX-Reihe sukzessive in allen Gewichtsklassen ablösen und neue Maßstäbe bei der Energieeffizienz und Nachhaltigkeit setzen soll.

Die Themen Energiesparen und CO2-Footprint waren immer wiederkehrende Kernaspekte der verschiedenen Themensessions, die an den zwei Tagen in Hamburg der Fachpresse aus Deutschland sowie einigen europäischen Ländern präsentiert wurden. Auch wenn die bei Flurförderzeugen nach wie vor dominierende Blei-Säure-Technik weiterhin ihren Platz behalten wird, setzt Still vor allem auf den Ausbau der Li-Ionen-Technologie. Laut Björn Grünke, Senior Product Manager Energiesysteme, liege der Li-Ionen-Anteil bei Still derzeit bei rund 20 Prozent. Kunden, die bereits auf Li-Ionen-Technologie setzen, sollen nun von einem intelligenten Energiemanagement profitieren. Neue Ladegeräte sollen dabei helfen, Ladevorgänge intelligent zu steuern, die Last besser zu verteilen und somit teure Lastspitzen zu vermeiden. Laut Still seien damit bedeutende Ersparnisse bei den Stromkosten möglich, bei voller Verfügbarkeit der Fahrzeuge. Zudem treibt der Hersteller nach einigen Einzel-Projekten in den vergangenen Jahren das Engagement im Bereich Brennstoffzellen-Technologie voran. So will Still im kommenden Jahr eine eigene 24-V-Brennstoffzelle für Lagertechnikfahrzeuge auf den Markt bringen – produziert vor Ort in Hamburg.

Umstellung auf Kreislaufwirtschaft

Ein weiteres Zukunftsprojekt, das der Umwelt zugute kommen soll, ist derweil die Umstellung auf Zirkularität. „Das linerare Modell in der industriellen Wertschöpfung ist an seine Grenzen gekommen“, sagte Frank Müller. Man befinde ich am "Anfang der größten Transformationswelle in Wirtschaft und Gesellschaft". Still will die große Herausforderung der Umsetzung eines Cradle-to-Cradle-Ansatzes als Chance begreifen und langfristig einen Ressourcenkreislauf in sämtlichen Bereichen etablieren, die mit der Entstehung, dem Einsatz und der Verwertung des Produktes zu tun haben. Im Zuge dieser Strategie wurde eine Konzeptstudie vorgestellt: Der nächste RXE-Elektrogabelstapler wird demnach der erste Stapler sein, der von Beginn an zirkulär gedacht ist – vom Design über Lieferkette und Produktion bis hin zum Einsatz beim Kunden. Die in der Studie geplanten CO2-Einsparungen liegen demnach bei 15 Prozent in der Lieferkette, 50 Prozent in der Produktion und 25 Prozent beim Einsatz.

Mit Automatisierung gegen Personalmangel

Neben den drängenden Herausforderungen Energiekrise und endliche Ressourcen adressierte Still ein weiteres Thema, unter dem insbesondere die Intralogistik leidet: Fachkräftemangel. Mit Automatisierungslösungen will Still Kunden dabei helfen, diese Lücken zu schließen – und zwar auch in Bestandsimmobilien, deren Lagerstruktur oft beengt und damit für eine nachträgliche Automatisierung selten gut geeignet ist. So genannte smarte Brown-Field-Lösungen wie selbstlernende Flurförderzeuge, die auch mit ungünstigen Verhältnissen zurechtkommen, und Trennung von Horizontal- und Vertikaltransporten mit mischbetriebtauglichen Turtles und AGVs, sollen hier Abhilfe schaffen

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