Logistikimmobilienmarkt legt im ersten Halbjahr 2026 deutlich zu

15.07.2026 11:11 Uhr | Lesezeit: 3 min
Stockbild: belebte Logistikimmobilie von innen
Der Markt für Logistikimmobilien zeigt sich im ersten Halbjahr merklich belebter
© Foto: maroke/ AdobeStock

Der Flächenumsatz mit Industrie- und Logistikimmobilien ist im ersten Halbjahr auch dank starker Nachfrage asiatischer Nutzer um 28 Prozent gewachsen.

Der deutsche Industrie- und Logistikimmobilienmarkt hat sich im ersten Halbjahr 2026 weiter erholt. Nach Auswertungen des Immobilienberatungsunternehmens Colliers übertraf der Markt mit einem Flächenumsatz von 3,8 Millionen Quadratmetern das Vorjahresergebnis um 28 Prozent.

Großabschlüsse treiben Vermietungsdynamik

Besonders dynamisch entwickelte sich demnach der Vermietungsumsatz, dessen Ergebnis gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 um 41 Prozent zulegte. Wesentlicher Treiber dieser Entwicklung war unter anderem die Rückkehr großvolumiger Anmietungen: Nachdem entsprechende Abschlüsse im Vorjahr ausgeblieben waren, registrierte Collier in den ersten sechs Monaten 2026 bereits 13 Mietverträge über 50.000 Quadratmeter.

Asiatische Nutzer gewinnen an Bedeutung

Auffällig dabei: Der Anteil asiatischer Unternehmen am Flächenumsatz stieg im ersten Halbjahr auf elf Prozent und liegt damit weiterhin deutlich über dem Vorjahreswert. Zu den größten Abschlüssen des ersten Halbjahrs zählen denn auch zwei Anmietungen aus dieser Nutzergruppe: ein Neubauprojekt mit 58.000 Quadratmetern in Rieste sowie eine Bestandsimmobilie mit 52.000 Quadratmetern in Oelde.

Fokus auf international geprägte Logistikstandorte

Besonders gefragt bei asiatischen Nutzern seien moderne Logistikflächen in Regionen mit guter Anbindung an internationale Warenströme, etwa in Frankfurt, Hamburg oder im Ruhrgebiet, wie Colliers konkretisiert. So habe sich in der ersten Jahreshälfte eine erhöhte Präsenz asiatischer Nutzer in Frankfurt (Anteil von vier Prozent), Hamburg (neun Prozent), Düsseldorf (elf Prozent) und insbesondere Köln (24 Prozent) gezeigt.

Regionale Unterschiede bei der Nachfrage

In Berlin wurde die Nachfrage hingegen maßgeblich von europäischen Handels- und E-Commerce-Unternehmen getragen. In München waren Unternehmen aus dem Rüstungssektor überdurchschnittlich aktiv und stellten mit einem Anteil von 18 Prozent am Flächenumsatz einen wesentlichen Nachfrageimpuls dar.

Herausforderungen für Eigentümer und Investoren

Gleichzeitig stellten kurze Planungshorizonte und die teilweise eingeschränkte Bonität asiatischer Nutzer Eigentümer und Investoren weiterhin vor Herausforderungen, betont Colliers. So könne nicht jedes Flächengesuch bedient werden, da geeignete Flächen häufig fehlten. Zudem verlängerten sich Investmentprozesse aufgrund der eingeschränkten Bonität des Nutzers, schreibt Collier.

Mieten ziehen weiter an

Bei den Mieten geht es dem Marktbericht zufolge weiter aufwärts. Sowohl Spitzen- als auch Durchschnittsmieten verzeichneten in den Top-8-Logistikmärkten im Jahresvergleich ein moderates Wachstum. Dabei entwickelten sich die Durchschnittsmieten mit einem Plus von fünf Prozent dynamischer als die Spitzenmieten (plus drei Prozent). 

Entwicklung Spitzenmieten 1. HJ im Überblick

  • Berlin: 8,50 Euro (plus 2 Prozent)
  • Düsseldorf: 8,80 Euro (plus 4 Prozent)
  • Frankfurt/Main: 8,80 Euro (plus 7 Prozent)
  • Hamburg: 8,50 Euro (0 Prozent)
  • Köln: 8,00 Euro (plus 4 Prozent)
  • Leipzig: 5,90 Euro (0 Prozent)
  • München: 10,30 Euro (plus 5 Prozent)
  • Stuttgart: 8,90 Euro (plus 5 Prozent)

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