Die Folgen des Iran‑Kriegs und der stark gestiegenen Energiepreise wirken sich zunehmend auf den deutschen Industrie‑ und Logistikimmobilienmarkt aus. Höhere Öl‑ und Dieselpreise erhöhen den Kostendruck für Logistiknutzer, verändern die Anforderungen an Immobilien und befördern eine Neubewertung von Investmentstrategien. Zu diesem Ergebnis kommt Savills in seiner aktuellen Analyse Market in Minutes: Industrieimmobilienmarkt.
Besonders betroffen ist die Logistikbranche, da rund drei Viertel des Güterverkehrs direkt oder indirekt vom Dieselpreis abhängen. Gleichzeitig erschwert die geopolitische Unsicherheit eine verlässliche Planung für Unternehmen.
Kurzfristig stabilisieren solche Mechanismen die Branche, langfristig könnten sie jedoch zu einem Rückgang der Transportvolumina führen. Bislang ist dieser Effekt laut Savills noch nicht erkennbar. Trotz der angespannten Rahmenbedingungen werden weiterhin mehrere großvolumige Logistikflächenabschlüsse registriert, was auf eine gewisse Robustheit des Marktes hindeutet.
Sollte die Phase hoher Energiepreise jedoch anhalten, erwartet Savills eine schrittweise Abschwächung der Transportleistung.
Vor dem Hintergrund steigender Kosten agieren viele Logistik- und Industrieunternehmen zunehmend zurückhaltend. Expansionsentscheidungen werden verschoben, Investitionen neu bewertet. Kurzfristig kann dies die Nachfrage im Vermietungsmarkt dämpfen.
Langfristig sieht Savills jedoch auch einen möglichen Gegenimpuls: Aus strategischen Gründen könnten Unternehmen ihre Lagerbestände ausweiten, um Lieferketten robuster aufzustellen. Dies könnte mittelfristig wieder für zusätzliche Flächennachfrage sorgen.
Parallel dazu wandelt sich das Anforderungsprofil an Logistikimmobilien. Mit der zunehmenden Nutzung batterieelektrischer Lkw gewinnen Standorte mit:
- hoher Energieverfügbarkeit,
- Mittelspannungsanschluss,
- Nähe zum Ladenetz
- sowie Photovoltaik‑Potenzial
deutlich an Bedeutung. Energieinfrastruktur wird damit zu einem immer wichtigeren Standortfaktor.
Auch am Investmentmarkt machen sich die Veränderungen bemerkbar. Einige Investoren agieren vorsichtiger und überprüfen ihre Strategien im aktuellen Kostenumfeld. Leicht gestiegene langfristige Finanzierungskosten erhöhen die Anforderungen an die Anfangsrenditen.
Zudem gehen Teile des Marktes von steigenden Baukosten infolge der hohen Energiepreise aus. Das führt dazu, dass Revitalisierungs‑ und Umbauprojekte neu kalkuliert oder zurückgestellt werden.