Der DHL-Bericht sieht einen wachsenden Markt für den Einsatz digitaler Zwillinge (Symbolfoto)

©Deutsche Post DHL Group

Digitale Zwillinge sollen Logistikabläufe verbessern

In einem Trend-Report zeigt DHL die Möglichkeiten für einen Einsatz so genannter digitaler Zwillinge auf und sieht hier Potenzial, Abläufe in der Logistik deutlich zu verbessern.

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Bonn/Troisdorf. DHL hat am ersten Internet of Things (IoT)-Tag im DHL Innovation Center in Troisdorf bei Bonn einen Trend-Report zum Thema „Digitale Zwillinge in der Logistik“ veröffentlicht. Bei „digitalen Zwillingen“ handelt es sich um eine Technologie, bei der digitale Modelle zum besseren Verständnis und Management physischer Objekte verwendet werden. Laut dem DHL-Bericht habe diese Technik „das Potenzial, die Abläufe in der Logistik erheblich zu verändern“.

Ein digitaler Zwilling ist eine eindeutige, virtuelle Abbildung eines physischen Objekts, mit dem der physische Zustand und auch das Verhalten des Objekts überwacht und simuliert werden kann. Der digitale Doppelgänger ist kontinuierlich mit dem physischen Objekt verbunden und aktualisiert sich selbst, um Veränderungen in der realen Welt abzubilden. „Der Markt für digitale Zwillinge wird voraussichtlich jährlich um mehr als 38 Prozent wachsen und bis 2025 die 26-Milliarden-Dollar-Marke überschreiten“, erklärt Matthias Heutger, Senior Vice President Global Head of Innovation & Commercial Development bei DHL.

Vielzahl von Anwendungen in der Logistik

In der Logistik können digitale Zwillinge nach Ansicht von DHL in einer Vielzahl von Anwendungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette eingesetzt werden, darunter das Management von Containerflotten, die Überwachung von Transporten oder die Gestaltung von Logistiksystemen. So zeigen etwa IoT-Sensoren an einzelnen Containern deren Standort an und überwachen sie auf Schäden und Verschmutzung. Diese Daten fließen in einen digitalen Zwilling des Containernetzes, das durch maschinelles Lernen dafür sorgt, dass die Container so effizient wie möglich eingesetzt werden.

Digitale Zwillinge könnten demnach nicht nur für einzelne Objekte, sondern auch für ganze Netzwerke und Ökosysteme wie Lagerhäuser eingesetzt werden, indem ein 3D-Modell einer Einrichtung mit Bestands- und Betriebsdaten verknüpft wird. Damit kann das System nicht nur einen Überblick über den Zustand von Maschinen und die Verfügbarkeit von Produkten geben, sondern auch Vorhersagen und autonome Entscheidungen über Lagerbestände oder Lieferungen treffen.

„Komplexe und anspruchsvolle Aufgabe“

Markus Kückelhaus, Vice President Innovation & Trend Research, DHL Customer Solutions & Innovation, fügt hinzu: „In Verbindung mit IoT, Cloud Computing, künstlicher Intelligenz und fortschrittlichen Visualisierungswerkzeugen werden digitale Zwillinge für Unternehmen zu einer zunehmend attraktiven und nutzbaren Option. Allerdings ist die Zusammenführung dieser und anderer damit verbundener Technologien zur vollständigen Implementierung eines digitalen Zwillings eine komplexe und anspruchsvolle Aufgabe.“

In dem aktuellen Trend-Report untersucht DHL die Herausforderungen bei der Implementierung, wie etwa Fragen der Cybersicherheit, betont aber, dass die Geschäftsszenarien für die Implementierung digitaler Dinge „immer attraktiver“ würden. (tb)

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