Die internationalen Geschäfte des deutschen Mittelstands stehen unter zunehmendem Druck. Laut einer aktuellen Studie von KfW Research erwartet rund ein Drittel der mittelständischen Unternehmen mit Auslandsaktivitäten rückläufige Umsätze im internationalen Geschäft innerhalb der kommenden drei Jahre.
Geopolitische Konflikte, handelspolitische Unsicherheiten und die wachsende Konkurrenz aus China sorgen für ein schwierigeres Marktumfeld.
Viele Firmen blicken skeptisch auf die kommenden Jahre
Nach den Ergebnissen der Untersuchung rechnen 30 Prozent der international aktiven Mittelständler mit sinkenden Auslandsumsätzen. Sechs Prozent erwarten sogar einen deutlichen Rückgang.
Optimistischer zeigen sich lediglich knapp ein Viertel der Unternehmen, die von steigenden Erlösen im Ausland ausgehen. Fast die Hälfte rechnet dagegen mit einer weitgehend unveränderten Entwicklung.
Neue Märkte gewinnen an Bedeutung
Viele Unternehmen reagieren bereits auf die veränderten Rahmenbedingungen. Ein Teil der Betriebe hat in den vergangenen Jahren neue Exportmärkte erschlossen oder zusätzliche Kunden im Ausland gewonnen.
Besonders gefragt sind Strategien zur Diversifizierung. Gleichzeitig planen zahlreiche Unternehmen, ihre Aktivitäten stärker auf den europäischen Binnenmarkt auszurichten, um Risiken in einzelnen Weltregionen zu reduzieren.
Industrie spürt Wettbewerbsdruck besonders stark
Am stärksten betroffen ist das Verarbeitende Gewerbe. Die Industrie erwirtschaftet einen großen Teil der mittelständischen Auslandserlöse und sieht sich zunehmend mit internationalem Wettbewerbsdruck konfrontiert.
Vor allem die Konkurrenz aus China zwingt viele Unternehmen dazu, ihre Exportstrategien anzupassen und neue Absatzmärkte zu erschließen.
Mehr Unternehmen denken über Verlagerungen nach
Für Besorgnis sorgt eine weitere Entwicklung: Immer mehr mittelständische Unternehmen prüfen die Verlagerung von Geschäftsaktivitäten ins Ausland.
Während in den vergangenen fünf Jahren nur wenige Betriebe diesen Schritt gegangen sind, zieht mittlerweile ein deutlich größerer Anteil entsprechende Maßnahmen in Betracht. Besonders ausgeprägt ist dieser Trend in der Industrie.
Standort Deutschland unter Druck
Aus Sicht der KfW verdeutlichen die Ergebnisse die wachsenden Herausforderungen für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Hohe Energiepreise, steigende Arbeitskosten, Bürokratie und internationale Wettbewerbsnachteile zählen zu den häufig genannten Belastungsfaktoren.
Ökonomen sehen daher die Politik gefordert, die Standortbedingungen zu verbessern und Investitionen im Inland attraktiver zu machen.
Auslandsumsätze zuletzt rückläufig
Die Studie zeigt zudem, dass sich die Auslandsgeschäfte des Mittelstands bereits zuletzt schwächer entwickelt haben. Zwar blieben die Umsätze nominal nahezu stabil, inflationsbereinigt ergab sich jedoch ein Rückgang.
Viele Unternehmen berichteten zudem von einer weiteren Abschwächung ihrer Auslandserlöse im Jahr 2025.
Wettbewerbsfähigkeit wird entscheidend
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass geopolitische Krisen, Handelskonflikte und der internationale Wettbewerb die Geschäftsperspektiven vieler Mittelständler zunehmend beeinflussen. Gleichzeitig suchen zahlreiche Unternehmen nach neuen Märkten, innovativen Produkten und effizienteren Strukturen.
Wie stark sich die Exportwirtschaft künftig entwickelt, dürfte maßgeblich davon abhängen, ob es gelingt, die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland nachhaltig zu stärken.