Die deutsche Wirtschaft rechnet kurzfristig mit etwas moderateren Preissteigerungen. Nach Angaben des Ifo-Instituts sind die Preiserwartungen der Unternehmen im August leicht gesunken. Dies deutet laut den Münchner Wirtschaftsforschern auf einen etwas geringeren Preisdruck in den kommenden Monaten hin.
Von einer nachhaltigen Entspannung bei der Inflation kann nach Einschätzung des Instituts allerdings keine Rede sein.
Unternehmen planen etwas weniger Preiserhöhungen
Der Ifo-Index für die Preiserwartungen ging im August leicht zurück. Vor allem Unternehmen aus Industrie und Handel planen demnach seltener als in den Vormonaten Preisanpassungen nach oben.
Die Entwicklung spricht dafür, dass sich die Dynamik bei den Verbraucherpreisen kurzfristig etwas abschwächen könnte.
Inflation bleibt auf erhöhtem Niveau
Trotz der leichten Entspannung erwartet das Ifo-Institut weiterhin eine vergleichsweise hohe Inflationsrate. Für das laufende Jahr rechnen die Forscher mit einer Teuerungsrate von 2,8 Prozent. Im Jahr 2027 könnte sie sogar auf durchschnittlich 3,0 Prozent steigen.
Damit würde die Inflation auch künftig deutlich über dem langfristigen Stabilitätsziel der Europäischen Zentralbank liegen.
Energiepreise bleiben Risikofaktor
Als wichtigsten Unsicherheitsfaktor nennen die Ökonomen die Entwicklung an den Energiemärkten. Vor allem bei Erdgas und Strom seien die Preise zuletzt wieder deutlich gestiegen.
Hinzu kommen die Auswirkungen des anhaltenden Konflikts im Nahen Osten, der weiterhin für Unsicherheit auf den Rohstoffmärkten sorgt und die Energiepreise auf hohem Niveau hält.
Folgen für Verbraucher und Unternehmen
Steigende Energiekosten wirken sich nicht nur direkt auf Heiz- und Kraftstoffpreise aus. Sie erhöhen auch die Kosten für Produktion, Transport und Dienstleistungen.
Nach Einschätzung des Ifo-Instituts könnten diese Belastungen mit zeitlicher Verzögerung an Verbraucher weitergegeben werden. Davon betroffen wären unter anderem Lebensmittel, Dienstleistungen und Industriegüter.
Inflation zuletzt wieder gestiegen
Aktuelle Daten des Statistischen Bundesamts zeigen, dass die Inflationsrate in Deutschland im August auf 2,9 Prozent gestiegen ist. Hauptursache waren höhere Kosten für Energie, insbesondere beim Heizen und Tanken.
Die Entwicklung unterstreicht, dass die Energiepreise weiterhin eine zentrale Rolle für die Preisentwicklung in Deutschland spielen.