Volkswagen hat in den vergangenen zwei Jahren gemeinsam mit Partnern untersucht, wie sich Fahrzeuge auf Logistikflächen automatisiert und ohne Fahrer bewegen lassen, vermeldet zunächst die dpa. Dafür wurde im Emder Außenhafen im Rahmen des Forschungsprojekts AutoLog ein Testfeld unter realen Logistikbedingungen eingerichtet.
Die automatisierten Fahrzeugbewegungen sollen Erkenntnisse darüber liefern, wie sich der Fahrzeugumschlag in Autoterminals künftig flexibler, sicherer und nachhaltiger gestalten lässt.
Christian Vollmer, Mitglied des VW-Markenvorstands für Produktion und Logistik, sieht in den Ergebnissen Potenzial für die Konzernlogistik. „Entscheidend ist für uns, neue Technologien nicht nur unter Laborbedingungen zu entwickeln, sondern ihre Praxistauglichkeit dort zu erproben, wo unsere Logistik täglich stattfindet“, sagte Vollmer.
Emden ist der größte Hafen im VW-Netzwerk
Die VW-Konzernlogistik verschifft nach früheren Angaben jährlich rund 2,4 Millionen Fahrzeuge über mehr als 40 Häfen. Emden ist der größte Hafen in diesem Netzwerk.
Allein 2025 wurden nach Angaben der Autoport Emden GmbH fast 1,2 Millionen Fahrzeuge des VW-Konzerns in Emden umgeschlagen. Nach Bremerhaven ist Emden der zweitgrößte Autoverladehafen Deutschlands.
Auf der Testanlage habe Volkswagen wichtige Erkenntnisse gewonnen, „wie sich Fahrzeugbewegungen künftig intelligenter automatisieren und Logistikprozesse weiterentwickeln lassen“, sagte Vollmer. „Diese Erfahrungen wollen wir für die weitere Entwicklung der Technologie nutzen.“
So funktioniert das automatisierte Fahren im Emder Hafen
Auf dem Autoterminal wurde ein Testfeld eingerichtet, auf dem ein- und ausgehende Fahrzeugströme simuliert und unterschiedliche Verkehrssituationen untersucht wurden. Neben Parkflächen und Fahrwegen gehörte auch ein viel genutzter Kreisverkehr zum Testgelände.
Sensoren erzeugten ein digitales Abbild der Testfläche für die Automatisierung. Eine Steuerungssoftware koordinierte auf dieser Grundlage die Fahrzeugbewegungen. Für die Kommunikation zwischen dem System und den Fahrzeugen wurde das öffentliche 5G-Netz der Deutschen Telekom eingesetzt.
AutoLog erprobt automatisierte Fahrzeuge im Mischverkehr
Ein Schwerpunkt von AutoLog war die Frage, welche infrastrukturellen Voraussetzungen Autoterminals für automatisierte Abläufe benötigen. Zudem untersuchten die Projektpartner, wie sich die Technik in bestehende Logistikprozesse integrieren lässt.
Dabei wurde auch der Mischverkehr berücksichtigt. Neben automatisierten Fahrzeugen spielen auf einem Autoterminal manuell gesteuerte Autos und Fußgängerbewegungen eine Rolle.
„In Emden haben wir gezeigt, dass sich automatisierte Fahrzeugbewegungen auch in einem anspruchsvollen Logistikumfeld mit Mischverkehr erproben lassen“, sagte Vesa Kiviranta vom Softwareunternehmen Unikie. „Die gewonnenen Erfahrungen helfen uns, die Technologie weiterzuentwickeln und ihre Marktreife für den Einsatz in weiteren Logistikumgebungen zu bewerten.“
Mit den Versuchen in Emden endet die Erprobungsphase des Forschungsprojekts AutoLog.
Volkswagen, Telekom, Unikie und BIMA arbeiten bei AutoLog zusammen
Für AutoLog arbeitete Volkswagen mit dem Bremer Institut für Produktion und Logistik (BIMA) an der Universität Bremen, der Deutschen Telekom und dem Softwarespezialisten Unikie zusammen. Das Forschungsprojekt wurde vom Bundesverkehrsministerium gefördert.
Volkswagen erprobt automatisierte Fahrzeugbewegungen auch an anderen Stellen innerhalb des Konzerns. Am Audi-Standort Ingolstadt wird nach Unternehmensangaben das automatisierte Verladen von Fahrzeugen auf Eisenbahnwaggons getestet. Damit wird neben dem Hafenumschlag ein weiterer Teil der Fahrzeuglogistikkette untersucht.
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