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Tankreiniger: Mehlsilos jede Woche reinigen

Blick in ein Mehlsilofahrzeug - Szene aus dem Wiso-Beitrag "Schimmlige Lebensmitteltransporter" vom 18. Juli 2011 im ZDF.
© Foto: Sreenshot VR/ak

Tankreinigungsverbände fordern Verkürzung der Reinigungsintervalle für Mehlsilofahrzeuge. BGL lehnt weitere Vorschriften ab. DSLV begrüßt neuen Leitfaden.


Datum:
19.07.2011
2 Kommentare

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Mainz. Der ZDF-Bericht über verschimmelte Innenwände und Bodenmatten bei Mehlsilo-Transporten sorgt für weitere Reaktionen in der Logistikbranche. Die Tankreinigungsverbände DVTI und ENFIT forderten in diesem Zusammenhang eine Verkürzung der Reinigungsintervalle. „Mehltanks sollten einmal pro Woche gereinigt werden und nicht nur alle sechs Monate", sagte ENFIT-Präsident Hans-Dieter Philipowski gegenüber der VerkehrsRundschau. „Die verantwortlichen Verlader und Transportunternehmen müssen außerdem zur regelmäßigen Reinigung und Kontrolle verpflichtet werden", ergänzte DVTI-Vorsitzender Karl-Josef Schürmann.

Der Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL) betonte gegenüber der VerkehrsRundschau, dass Schimmel auf keinem Lebensmittel etwas zu suchen habe. Der Transport- und Speditionsverband warnte aber gleichzeitig vor Panikmache. Behördliche Vorgaben von Reinigungsintervallen lehnte der BGL gegenüber der VerkehrsRundschau ab, da diese von Fall zu Fall unterschiedlich ausfielen. „Es gibt Unternehmen, die am Tag mehrmalige Umläufe ohne Zwischenreinigung durchführen können", so der BGL. Ebenso gebe es aber Betriebe, insbesondere im Flüssiggutbereich, die nach jedem Transport reinigen müssen. Die Reinigungshäufigkeit richte sich außerdem auch nach der Art des eingesetzten Fahrzeugs und der technischen Ausstattung. „Euterfahrzeuge sind im Allgemeinen mit anderer Technik zu reinigen als Silofahrzeuge", so der BGL. Reinigungsintervalle könnten daher nur produkt- und fahrzeugbezogen festgelegt und überwacht werden.

Statt neue Vorschriften empfiehlt der Verband die Anwendung eines in den vergangenen Monaten zusammen mit der Kühlspediteure-Organisation Transfrigoroute entwickelten Leitfadens. Dieser soll den Charakter einer DIN-Norm bekommen, wodurch sichergestellt würde, dass die Behörden entsprechend den dort gemachten Vorgaben kontrollierten und in der Praxis einheitliche Hygienestandards wirkten. Der Leitfaden wurde laut BGL mit den Lebensmittelbehörden aller Bundesländer erarbeitet und soll nach Abschlussgesprächen mit dem federführenden Landwirtschaftsministerium in Mecklenburg-Vorpommern Mitte August vom Bundesverbraucherschutzministerium bei der EU in Brüssel notifiziert werden.

Begrüßt wird dieser Leitfaden auch vom Deutschen Speditions- und Logistikverband (DSLV): „Die von BGL und Transfrigoroute geplante gemeinsame Leitlinie für eine gute Hygienepraxis beim Lebensmitteltransport findet unsere volle Unterstützung", erklärte der Bonner Verband gegenüber der VerkehrsRundschau. Ähnlich den VDI-Richtlinien und DIN-Normen im Bereich der Ladungssicherung würde eine derartige Leitlinie als anerkannte Regel der Hygienetechnik dafür sorgen, dass die Lücken geschlossen werden, die entsprechende EU-Vorgaben bislang offen ließen.

Angezweifelt werden vom DSLV indes einige Aussagen des gestern Abend im ZDF ausgestrahlten Berichts zum Schimmel in Mehlsilos: „Es fällt uns schwer zu glauben, dass der von Wiso gezeigte Fall die gängige Praxis wiedergibt. Namhafte Betreiber von Tank- und Siloflotten könnten sich den daraus erwachsenden Imageschaden ebenso wenig leisten wie ihre Auftraggeber." (ak) 

Hier geht es zum Wiso-Beitrag (ZDF-Mediathek)

 

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KOMMENTARE


Oliver Ückerseifer

20.07.2011 - 16:05 Uhr

Sechs Monate Reinigungszyklus? Toll! Kann mir bitte jemand sagen, wo man vernünftige Getreidemühlen kaufen kann? Da vergeht einem ja alles.


Oetzi

20.07.2011 - 16:38 Uhr

Wer soll das kontrollieren?, Wer hat das Personal?, Wer hat die technische Ausrüstung?


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