Der militärische Konflikt im Nahen Osten bremst die leichte Erholung der deutschen Wirtschaft deutlich. Die aktuelle Stimmungslage in den Unternehmen ist aber grundsätzlich positiver als in den Vorjahren. Das zeigt die Frühjahrsstudie der Creditreform Wirtschaftsforschung zur Wirtschaftslage im Mittelstand, für die rund 1850 kleine und mittlere Unternehmen befragt wurden.
„Der Iran-Krieg trifft den Mittelstand ins Mark. Er verteuert Energie, verlängert die Unsicherheit und bremst Investitionen“, sagt Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung.
Geschäftsklimaindex erstmals wieder positiv
Dennoch fällt der Creditreform Geschäftsklimaindex für den Mittelstand (CGK) nach zwei Jahren im Minus wieder positiv aus und liegt bei 5,3 Punkten. Damit erreicht er den höchsten Wert seit vier Jahren. Trotz dieser Verbesserung überwiegen in der Bewertung der aktuellen Geschäftslage weiterhin die negativen Einschätzungen – im vierten Jahr in Folge. Belastend wirken unter anderem geopolitische Unsicherheiten und die schwache Industrieproduktion.
Umsatzentwicklung bleibt angespannt
Die Geschäftserwartungen haben sich deutlich verbessert. Der entsprechende Teilindex liegt bei plus 14,3 Punkten und hat sich gegenüber dem Vorjahr verdoppelt. Damit erreicht er etwa das Niveau der Jahre 2021 bis 2023.
Die Umsatzentwicklung im ersten Quartal 2026 fiel besser aus als im Vorjahreszeitraum, blieb aber insgesamt negativ. 26,6 Prozent der Unternehmen meldeten steigende Umsätze, 27,1 Prozent rückläufige Umsätze. Für die kommenden Monate erwarten 32,8 Prozent steigende Umsätze, während 14,5 Prozent von sinkenden Umsätzen ausgehen.
Investitionsneigung unter langjährigem Durchschnitt
Die Investitionsbereitschaft bleibt verhalten. 44,7 Prozent der befragten Unternehmen planen Investitionen. Dieser Wert liegt über dem Vorjahr, aber unter dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre.
Mit Ausnahme des Dienstleistungssektors ist die Beschäftigung rückläufig. Fast 20 Prozent der Unternehmen meldeten sinkende Mitarbeiterzahlen, 16,2 Prozent einen Anstieg. Für das kommende halbe Jahr planen 12,8 Prozent einen Personalabbau.
Eigenkapitalquoten steigen
Die Eigenkapitalquoten im Mittelstand sind gestiegen. 36,0 Prozent der Unternehmen verfügen über eine Eigenkapitalquote von über 30 Prozent, während der Anteil mit weniger als 10 Prozent Eigenkapital bei 27,6 Prozent liegt. Die Ertragslage bleibt angespannt, die Ertragserwartungen sind jedoch erstmals seit 2021 wieder mehrheitlich positiv.