Iveco und Gruber Logistics testen Elektro-Lkw

03.06.2026 15:22 Uhr | Lesezeit: 3 min
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Der Prototyp wird bis Ende 2026 auf Mittel- und Langstrecken getestet
© Foto: Alessandro Liccardo im Auftrag von EMPOWER

Ein batterieelektrischer Prototyp von Iveco für schwere Logistik im Verteiler- und Fernverkehr wird unter realen Bedingungen getestet. Der Test soll Erkenntnisse für die Einführung emissionsfreier Nutzfahrzeuge liefern.

Iveco wird in Zusammenarbeit mit Gruber Logistics im Rahmen eines Forschungsprojekts einen Elektro-Lkw auf die Straße schicken. Die sechsmonatige Testphase findet im Rahmen des europäischen Forschungsprojekts EMPOWER statt und startet Mitte Juni 2026. Zum Einsatz kommt ein batterieelektrischer Lkw-Prototyp auf Basis des Iveco S-eWay Serienfahrgestells. Das Fahrzeug wird von Gruber Logistics vom Standort des Unternehmens in Nordostitalien aus eingesetzt. Der Testbetrieb erfolge innerhalb der LTL-Sparte von Gruber Logistics und umfasst Sammelgut- sowie Teilladungstransporte, erklärten die beteiligten Projektpartner.

Testfahrten auf Mittel- und Langstrecken

Das batterieelektrische Fahrzeug, das laut Iveco eine Reichweite von rund 400 Kilometer hat, wird bis Ende 2026 auf Mittel- und Langstrecken getestet. Zuvor wurden bereits erste Testfahrten auf dem Testgelände von Iveco in Ulm abgeschlossen. Der Lkw integriert mehrere Lösungen, die im Rahmen des von der Europäischen Kommission über das Programm Horizon Europe geförderten EMPOWER-Projekts entwickelt wurden. Dazu zählen laut Iveco unter anderem eine „zusätzliche Fahrerhausisolierung sowie Funktionen der Human-Machine Interface (HMI), mit denen besonders nachhaltige Routen geplant und der Energieverbrauch optimiert werden können“. Das Fahrzeug wurde gezielt für den Einsatz im Sammelgutverkehr angepasst.

Transporte auf längeren Strecken mit Wechselaufbauten

Die Batterien des Elektro-Lkw verfügen laut Iveco gemeinsam über eine Kapazität von 300 kWh und werden von einer elektrischen Antriebsachse (FPT eAxle) mit 480 kW unterstützt, die Motor, Getriebe und Leistungselektronik in einem System bündelt. Eine Besonderheit des Prototyps ist, dass er speziell für emissionsfreie Transporte auf längeren Strecken mit Wechselaufbauten entwickelt wurde – und nicht für den klassischen Einsatz mit Sattelaufliegern. Dafür wurde der Rahmen des Fahrzeugs verlängert und an die gemeinsam mit Gruber Logistics definierten operativen Anforderungen angepasst. Auch das Fahrerhaus wurde in Zusammenarbeit mit mehreren EMPOWER-Projektpartnern weiterentwickelt, um die notwendigen Betriebs- und Steuerungsstrategien umzusetzen.

Erprobung batterieelektrischer Schwerlastfahrzeuge

EMPOWER steht für “Eco-operated, Modular, highly efficient, and flexible multi-POWERtrain for long-haul heavy-duty vehicles”. Ziel des Projekts ist es laut Iveco, einen wichtigen Beitrag zur skalierbaren Einführung emissionsfreier Gütertransporte in Europa zu leisten. Durch die Erprobung batterieelektrischer Schwerlastfahrzeuge im logistischen Realbetrieb soll die Lücke zwischen technologischer Entwicklung und breiter Markteinführung geschlossen werden. Die während der Testphase gesammelten Daten sollen dazu beitragen, künftige elektrische Lkw-Plattformen weiter zu optimieren und den Einsatz batterieelektrischer Fahrzeuge im regionalen Verkehr ebenso wie im Fernverkehr voranzutreiben.

Tests unter realen Logistikbedingungen

Das Projekt EMPOWER biete „den idealen Rahmen, um gemeinsam mit Partnern aus dem gesamten Ökosystem an konkreten und anspruchsvollen Transportanwendungen zu arbeiten“, sagte Pierpaolo Biffali, Head of Innovation & Advanced Engineering der Iveco Group, zu den Tests. Martin Gruber, CEO von Gruber Logistics, fügte hinzu: „Mit dem speziell für den EMPOWER-Einsatz angepassten elektrischen Iveco-Lkw-Prototyp können wir ein hochmodernes Fahrzeug unter realen Logistikbedingungen auf Leistung und Zuverlässigkeit testen. Durch den Einsatz des Fahrzeugs auf unterschiedlichen Strecken und für verschiedene Warengruppen im Sammelgut- und Teilladungssegment können wir wertvolle Erkenntnisse für die Weiterentwicklung emissionsfreier schwerer Nutzfahrzeuge gewinnen.“

Datenerhebung und weiterer Fahrplan

Für die Testphase ist der Lkw mit einem Datenlogger ausgestattet, der umfangreiche Informationen zum Fahrzeugbetrieb sammelt. Erfasst werden unter anderem der Stromverbrauch, die Effizienz der fünf Batterien sowie das Ladeverhalten. Die Daten werden am Standort von Gruber Logistics in Bologna, Italien, verwaltet. Dort wird das Testfahrzeug über eine mobile Ladeeinheit geladen. Im Jahr 2026 liegt der Schwerpunkt des Projekts auf der Testphase des batterieelektrischen Fahrzeugs. Für 2027 ist laut Iveco die Erprobung eines wasserstoffbetriebenen Lkw mit Brennstoffzellentechnologie geplant.


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