Die Stadt Hamburg und die Schweizer Containerreederei MSC führen den Hafenlogistiker HHLA künftig allein. Die Hauptaktionäre haben am Donnerstag, 11. Juni, auf der ordentlichen Hauptversammlung den Ausschluss der Minderheitsaktionäre beschlossen, wie die HHLA in der Nacht zu Freitag mitteilte. Entschädigt werden die Anleger mit 21,16 Euro je Aktie. Der sogenannte Squeeze-out wird mit Eintrag ins Handelsregister wirksam.
Ausschluss der Minderheitsaktionäre
Die Stadt Hamburg und die Reederei hielten über die Port of Hamburg Beteiligungsgesellschaft bereits mehr als 95 Prozent der zum Börsenhandel zugelassenen HHLA-Aktien. Ein solcher Anteil ist nach dem Aktienrecht nötig, um den Ausschluss der Minderheitsaktionäre beschließen zu können. Die nach Transportvolumen weltgrößte Containerreederei MSC ist im November 2024 bei der HHLA eingestiegen. Die Stadt wird weiter mit 50,1 Prozent der Anteile die Mehrheit an der HHLA halten, die Containerterminals in Hamburg und im Ausland betreibt.
Kritik von Aktionärsverband
Der Verein Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre hatte in einem Gegenantrag kritisiert, dass MSC mit dem Squeeze-out seinen Einfluss ausweite. „Die Gefahr einer zunehmenden Machtverschiebung zugunsten eines privaten globalen Schifffahrtskonzerns und zulasten von Transparenz, Mitbestimmung und öffentlicher Kontrolle ist erheblich gewachsen“, hieß es in dem Antrag. 2023 hatte MSC über eine Tochtergesellschaft angeboten, Aktionären 16,75 Euro je Aktie zu zahlen. Die Abfindung fällt nun um mehr als ein Viertel höher aus.