Maritime Wirtschaft mit Zukunftssorgen

12.06.2026 15:33 Uhr | Lesezeit: 3 min
Containerschiff fährt unter einer Brücke mit Lkw
Die Sperrung der Straße von Hormus zeigt laut der IHK Nord, wie verwundbar Schifffahrt und Außenhandel sind
© Foto: shaunl/Getty Images Premium

Hohe Energie- und Rohstoffpreise, unsichere wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen und steigende Arbeitskosten belasten die maritime Wirtschaft, die an den Bund klare Forderungen hat.

Das ergibt sich aus der Konjunkturumfrage Frühjahr 2026, wie die IHK Nord mitteilte. Der Ausblick der Unternehmen bewege sich zwischen Zuversicht und Zukunftssorgen. Im Schiffbau ist der Geschäftsklimaindex laut IHK Nord etwas gestiegen. Treiber dafür seien vor allem die sehr gute Auftragslage und die daraus resultierende Planungssicherheit. Fast 80 Prozent der befragten Werften bewerten ihre aktuelle Auftragslage als gut oder befriedigend. Etwas mehr als Hälfte (52,5 Prozent) rechnen zudem mit einer günstigeren Geschäftslage.

Beteiligung des Bundes gefordert

Die Hafenwirtschaft spürt nach den Handelskammerdaten den konjunkturellen Gegenwind besonders deutlich. Das Konjunkturbarometer der Hafenunternehmen sei spürbar gesunken. „Auf der Nationalen Maritimen Konferenz in Emden haben der Bundeskanzler und alle Beteiligten die systemrelevante Bedeutung unserer Seehäfen betont“, sagte der Vorsitzende der IHK Nord, André Grobien. Daraus müsse jetzt eine dauerhafte Beteiligung des Bundes von mindestens 500 Millionen Euro pro Jahr an der Finanzierung der Infrastruktur für deutsche Seehäfen folgen, forderte er.

Schifffahrt leidet unter der Sperre der Straße von Hormus

Die Schifffahrt blickt laut IHK Nord ebenfalls deutlich verhaltener auf die kommenden Monate. Der Geschäftsklimaindex sei auch für diesen Bereich gesunken. Die Sperrung der Straße von Hormus infolge des Kriegs zwischen dem Iran, den USA und Israel zeige, wie verwundbar Schifffahrt und Außenhandel gegenüber geopolitischen Krisen seien, sagte der IHK-Nord-Chef.


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