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Luftfracht ringt mit Fachkräftemangel

Beim Forum zum Fachkräftemangel, v.l.: Simon Peschges (IHK), Martin Roll (Flughafen Hannover), Elke Wasser (Logistic Training Center), Christopher Stoller (ACD)
© Foto: Aircargo Club Deutschland

Der Fachkräftemangel ist in aller Munde - laut IHK könnten 2035, wenn sich der Trend fortsetzt, bis zu 500.000 Fachkräfte fehlen. Auch die Luftfrachtbranche sieht sich mit dem Problem konfrontiert und ringt um Lösungen.


Datum:
28.04.2022
Autor:
Janis Leonhardt/Stefanie Schuhmacher
Lesezeit:
2 min
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Die Luftfracht sticht durch besondere Personalanforderungen in der Transport- und Logistikbranche hervor und ist vom Fachkräftemangel besonders betroffen. Der Aircargo Club Deutschland (ACD) veranstaltete deshalb ein Fachkräfteforum mit Vertretern der Industrie- und Handelskamer (IHK), des Flughafen Hannovers sowie des Logistic Training Center zu Ursachen des Problems und zu möglichen Lösungsansätzen.

Als zentrale Ursache des zunehmenden Fachkräftemangels nannte Simon Peschges, Chefvolkswirt bei der IHK, den Strukturwandel, der die Fachkräftegewinnung langfristig erschwere, vor allem der demografische Wandel. Auch Faktoren wie Digitalisierung und die sich daraus ergebenden neuen Anforderungen für Fachkräfte verändern den Arbeitsmarkt deutlich. Politische Themen wie der Handelsstreit zwischen China und den USA verstärken den Personalnotstand kurz- und mittelfristig ebenfalls, so die Mitteilung der ACD.

Was die Logistikbranche insgesamt betrifft, so weichen einzelne Daten zum Fachkräftemangel voneinander ab: „Gesamtwirtschaftlich betrachtet stehen derzeit etwa 2,3 Erwerbslose für eine Arbeitsstelle zur Verfügung. Unter zwei spricht man von einem Fachkräftemangel. Im Gegensatz zum hohen angemeldeten Bedarf der Logistikbranche in unseren Befragungen, stehen gemäß der amtlichen Statistik jedoch 4 Erwerbslose in dem Bereich zur Verfügung. Für Berufe im technischen Luftverkehrsbetrieb sind es sogar 10. Wir fragen uns daher, woher diese Diskrepanz kommt? Passen die Arbeitssuchenden aufgrund ihrer Qualifikation nicht zu den ausgeschriebenen Stellen? Und besteht die Chance, durch Aus- und Weiterbildung die Leute fit zu machen?“, so Simon Peschges.

Hohe Anforderungen brauchen Lösungen

Eine Erklärung für die Abweichungen in den Statistiken: „Der Verkehrs- und Logistiksektor ist sehr divers und damit auch die Anforderungen an die Berufsfelder. Die Arbeitsagenturen können dies in ihren Statistiken kaum abbilden. Beispielsweise müssen Mitarbeiter im Bereich Luftfrachtabfertigung andere Qualifikationen vorweisen als ein Lagerist. Aus diesem Grund ist es so schwer für die Unternehmen, die passenden Mitarbeiter zu finden“, meinte Elke Wasser, Geschäftsführerin des Logistic Training Center. Die hohen Anforderungen an Arbeitskräfte in der Luftfahrt würden der nach wie vor hohen Beliebtheit einen Dämpfer geben, was die Personalfindung betrifft, so geht es aus der Mitteilung hervor.

Laut ACD bringe der Fachkräftemangel erhebliche Nachteile für den Standort Deutschland. Um dem entgegenzuwirken, sollten beispielsweise die Beschäftigungsquoten von Frauen und Älteren erhöht werden sowie der Fokus noch stärker auf die Aus- und Weiterbildung gelegt werden, um Arbeitslose zu aktivieren und neue Fachkräfte zu gewinnen. Ein weiterer Hebel seien internationale Fachkräfte und nicht zuletzt Wertschätzung, um Mitarbeiter langfristig im Unternehmen zu halten. (jl/ste)

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