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Logistik- und Transportbranche im Vergleich: Personalengpässe

Es ist nichts Neues: Vor allem Berufskraftfahrer für Sondergüter, Lkw und Güterzüge werden gesucht
© Foto: takasuu/ iStock

Indeed vergleicht das Niveau der Stellenanzeigen der Berufe in der Logistik- und Transportbranche: Lkw-Fahrer werden besonders dringend benötigt.


Datum:
28.09.2022
Autor:
Stefanie Schuhmacher
Lesezeit:
2 min
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Arbeitskräfte in der Logistik- und Transportbranche sind rar. Je nach Position suchen Unternehmen bei neun von zehn offenen Stellen länger als 60 Tage nach Arbeitskräften. Das zeigen die Zahlen der Jobplattform Indeed. Beim Vergleich aller Stellenanzeigen im Zeitraum vom 1. Januar bis zum 1. September 2022 stellte sich heraus, in den letzten zweieinhalb Jahren haben sich die Zahlen in der Branche beinahe verdoppelt. Während die Gesamtzahlen aller offenen Stellen langsamer als 2021 ansteigen, ist das Wachstum in der Logistik- und Transportbranche ungebremst. Vor allem in der Logistik ist die Zahl zuletzt sprunghaft auf 82 Prozent angestiegen, im Fahrdienst sind es 81 Prozent. Am höchsten ist der Anstieg der Zahl offener Stellen in der Lagerhaltung: Mit 89 Prozent hat sich die Suche nach neuen Arbeitskräften hier fast verdoppelt.

 

Häufigste offene Stellen: Berufskraftfahrer

Unternehmen suchen derzeit vor allem nach Fahrern: Indeed-Daten zufolge bleiben insbesondere diese Stellen länger als 60 Tage unbesetzt. Im allgemeinen Fahrdienst beträgt die Quote 58 Prozent – Spitzenwert bei den Vollzeitstellen. Dabei ist besonders dieser Job abhängig von neuen Arbeitskräften: Laut dem Statistischen Bundesamt waren 2021 35 Prozent der Lkw-Fahrer mindestens 55 Jahre alt und damit deutlich älter als der Gesamtschnitt (25 Prozent). Nur drei Prozent sind hingegen jünger als 25 Jahre.

Seit Beginn des Krieges gegen die Ukraine ist die Nachfrage an Heizöl in Deutschland angestiegen, für dessen Lieferung Tankwagenfahrer verantwortlich sind. Diese sind jedoch rar: Mit 47,7 Prozent gehört der Beruf zu den Jobs mit der höchsten Suchquote neuer Mitarbeiter, gefolgt vom Service-Delivery-Manager mit 46,3 Prozent.

Auch bei der Bahn wird nach Personal gesucht: Besonders als Lokrangierführer stehen die Chancen auf einen Job gut. Die Quote von 54,9 Prozent macht deutlich, dass die Stellen, die sich auf das Berufsbild beziehen.

© Foto: Indeed

Ausbildungsstellen besonders vom Mangel betroffen

Mehr als ein Drittel aller Ausbildungsplätze und Lehrstellen blieben 2021 dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag zufolge unbesetzt. Dieser Trend macht sich insbesondere in der Logistikbranche bemerkbar. Einen Auszubildenden für den Beruf des Fahrdienstleiters zu finden, gestaltet sich am schwierigsten. Bei 92,9 Prozent liegt die Quote, dass diese Stelle lange Zeit ausgeschrieben ist. Auf einem ähnlich hohen Niveau bewegt sich die Zahl offener Ausbildungsstellen als Fachkraft für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen (92,2 Prozent). 60 Prozent beträgt die Quote bei der Ausbildung als Fachlagerist.

>>> Mehr Infos zu diesem Thema bekommen Sie hier.

Als Gegenmaßnahme will die Regerierung eine Ausbildungsgarantie einführen: Die Strategie soll im Herbst dem Kabinett zur Entscheidung vorgelegt werden.

© Foto: Indeed

Wettbewerb um Arbeitskräfte intensiver denn je

Betrachtet man die Anzahl aller Stellenanzeigen in Deutschland, geht der Trend immer weiter nach oben. Um 55 Prozent ist die Anzahl insgesamt seit Februar 2020 angestiegen. Damit ist die Nachfrage an neuen Arbeitskräften in Deutschland zurzeit noch höher als in Frankreich (plus 49 Prozent), dem Vereinigten Königreich (plus 44 Prozent) und den Niederlanden (plus 43 Prozent). Jedoch flacht das Wachstum an offenen Stellen europaweit ab.

„Alle derzeitigen wirtschaftlichen Unwägbarkeiten bremsen die Personalsuche bisher nicht ein. Im Bereich Transport und Logistik ist der Wettbewerb um Arbeitskräfte sogar intensiver denn je", kommentiert Ökonomin Annina Hering den Trend.

Die Spitzenverbände der Transport- und Logistikbranche diskutierten anfang der Woche zum Thema Fachkräftemangel. Sie sprachen deutliche Warnungen aus, haben aber auch Ideen zur Besserung der Lage.

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