Wichtigste Trends in Logistik und Supply Chain Management bleiben Cybersicherheit und Digitalisierung der Geschäftsprozesse. 2025 sahen Unternehmen zudem Kostendruck und Automatisierung als steigend wichtiger an, während Personalmangel und Nachhaltigkeit an Bedeutung in den Unternehmen verloren.
Das sind einige Ergebnisse der Studie „Trends und Strategien in Logistik und Supply Chain Management“. Die Bundesvereinigung Logistik (BVL) hat die 16. Ausgabe der Studie veröffentlicht. Dafür haben die Studienautoren 202 Logistik- und SCM-Verantwortliche aus dem deutschsprachigen Raum befragt und die Ergebnisse analysiert. Die Befragung fand von Juni bis August 2025 statt.
Anpassung an Logistik-Trends in komplexem Umfeld
Interessant ist auch, dass laut den Studienautoren insgesamt die Relevanz der 21 analysierten Trends im Vergleich zum Jahr 2023 zugenommen hat. Die Komplexität in einem dynamischen Umfeld steige.
Entscheidend sei für Unternehmen in diesem Zusammenhang die Fähigkeit, sich wirksam an die Trends anpassen zu können. Besonders kritisch sehen die Autoren hierbei die Künstliche Intelligenz. Sie erweise sich trotz mittlerer Relevanzeinstufung als größter Schmerzpunkt. Hier bestehe noch erheblicher Umsetzungsbedarf.
Strategisch denken: Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Resilienz wettbewerbsentscheidend
Die Triple Transformation aus Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Resilienz bleibe „das Fundament langfristig wettbewerbs- und anpassungsfähiger Wertschöpfungsketten“, so die Studienautoren in ihrem Vorwort.
Die Ergebnisse würden zeigen, dass Unternehmen, die sich in allen drei Säulen verbessert haben, auch anpassungsfähiger sind. Die drei Punkte seien keine isolierten Handlungsfelder, sondern eng miteinander verknüpfte Treiber.
Hemmnisse für die Digitalisierung
Bei der Digitalisierung ist die Künstliche Intelligenz weiterhin ein wichtiges Thema. Aktuell und in den kommenden fünf Jahren wollen mehr als die Hälfte der Unternehmen KI einführen oder skalieren. 98,5 Prozent der Unternehmen sehen Digitalisierung als wichtig an und setzen hier Maßnahmen um.
Größte Hemmnisse liegen laut Studie in:
- fehlenden Ressourcen,
- komplexen IT-Landschaften und
- unzureichender strategischer Priorisierung.
Systematisch vorgehen beim Thema Resilienz
Resilienz wird laut den Autoren zunehmend ganzheitlich gedacht. Die größten Fortschritte seien da möglich, wo „systematische Vorbereitung, Absicherung der physischen Lieferkette und Cybersicherheit gemeinsam gedacht werden“.
Gut 50 Prozent der befragten Unternehmen verfolgen heute ein systematisches Vorgehen. Einzelmaßnahmen finden zumindest bei 39 Prozent statt. Das Management während und nach Störungen schätzen viele der Befragten als Stärke ein. Bei der präventiven Vorbereitung bestehen laut Studie weiterhin Defizite.
Nachhaltigkeit als Herausforderung
Obwohl Unternehmen im Bereich Nachhaltigkeit gut vorankommen, wird es von ihnen laut der Befragung immer weniger als Wettbewerbschance gesehen. Die wirtschaftliche Tragfähigkeit ökologischer Maßnahmen bleibe eine Herausforderung, wie die Autoren betonen, „nicht zuletzt aufgrund begrenzter Zahlungsbereitschaft im Markt und komplexer regulatorischer Anforderungen“.
Wichtig sei es, strategische Ziele stärker mit wirtschaftlich tragfähigen Geschäftsmodellen zu verbinden. Außerdem sollten klare eigene Verantwortlichkeiten festgelegt und skalierbare Reporting- und Umsetzungsinstrumente aufgesetzt werden. Alle genannten Punkte sollten Unternehmen miteinander verzahnen und zugleich auch KMU einbinden.
Dreifache Transformation: Veränderungen und Chancen
Digitalisierung wirke als Enabler, Resilienz als Stabilisator und Nachhaltigkeit als langfristiger Orientierungsrahmen, erklären die Autoren. Die Rahmenbedingungen dieser dreifachen Transformation verändern sich, wie sie weiter betonen. Denn es sind neue Berichtspflichten, Nachhaltigkeitsvorgaben und technologische Standards hinzugekommen. Laut Mitteilung der BVL zur Studie eröffnen sich damit aber auch zugleich Chancen für Transparenz, Vergleichbarkeit und Innovation.
Das Institut für Logistik und Unternehmensführung der Technischen Universität Hamburg mit Birgit von See, Wolfgang Kersten und Sandra Heymann und die Hochschule Heilbronn mit Martin Schwemmer haben als Partner der BVL die Daten erhoben und die Studie durchgeführt.