Tanken wird immer teurer. Der Preis für Superbenzin der Sorte E10 hat am Dienstag, 15. September, im bundesweiten Tagesschnitt den Rekordstand von 2,30 Euro pro Liter erreicht, wie aus Zahlen des ADAC hervorgeht. Das ist ein Anstieg von 1,4 Cent im Vergleich zum Montag und der vierte Rekordwert in Folge. Diesel verteuerte sich ebenfalls erneut: 2,422 Euro pro Liter sind ein Cent mehr als am Vortag. Damit schmilzt auch der Abstand zum bisherigen Rekord von 2,447 Euro pro Liter aus dem April immer weiter.
Kraftstoffpreise bewegen sich Richtung Rekordhoch
Beide Kraftstoffe haben seit Ende August wieder kräftig angezogen. Würde man die aktuellen Preise allerdings um die allgemeine Inflation bereinigen, lägen sie ein gutes Stück unter früheren Rekorden. Ob es mit den Preisen weiter zügig nach oben gehen wird, ist aktuell nicht klar. Erste Spritpreiswerte vom Mittwochmorgen auf dem Portal „Tankerkönig“ lagen leicht über den Werten zur gleichen Zeit des Vortags. Rohöl war dagegen am Morgen etwas billiger.
Politik diskutiert über Entlastungen
Im Vergleich zur Zeit vor Beginn des Iran-Krieges ist der Anstieg allerdings enorm: Am letzten Tag vor Kriegsausbruch war Super E10 um gut 52 Cent billiger als aktuell, bei Diesel macht der Unterschied sogar fast 68 Cent pro Liter aus. Der Preis für Rohöl ist typischerweise der wichtigste Treiber für Änderungen beim Spritpreis. Dazu kommen aber auch andere Faktoren wie Transport- und Raffineriekapazitäten. Angesichts der hohen Spritpreise wird aktuell wieder über mögliche Entlastungen debattiert. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat jüngst Entlastungen angekündigt, wobei die konkreten Maßnahmen vorerst offen blieben.
Schmerzhafte Abhängigkeit der EU
Seit Beginn des Iran-Kriegs hat die EU zusätzlich 90 Milliarden Euro für die Einfuhr fossiler Brennstoffe ausgegeben. Und das „ohne auch nur ein einziges Energie-Molekül mehr zu bekommen“, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in einer Rede zur Lage der Union im Europaparlament in Straßburg. Durch die Schließung der Straße von Hormus habe man einmal mehr schmerzhaft zu spüren bekommen, wie teuer Europas generelle Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen ist.
Von der Leyen fordert verstärkte Elektrifizierung
Europa müsse bei „eigenen, erschwinglichen und sauberen Energien viel mehr tun“, forderte von der Leyen. „Wir müssen dadurch unabhängig werden.“ Für diese Unabhängigkeit müsse Europa stärker elektrifiziert werden, so von der Leyen. Das Ziel der Kommission ist es, den Anteil der Elektrizität bis 2040 zu verdoppeln. Eingespart werden sollen bis dahin Schätzungen zufolge bis zu 260 Milliarden Euro an fossilen Importkosten. Damit die erzeugte Energie auch verfügbar ist, müssten Netzanbindungen beschleunigt, Speicher ausgebaut und Investitionen beschleunigt werden.