Die Köhlbrandbrücke zählt zu den wichtigsten Verkehrsverbindungen im Hamburger Hafen – und ist wegen ihres schlechten Zustands immer wieder gesperrt. Schwertransporte über 44 Tonnen dürfen die marode Brücke seit Mai dieses Jahres nicht mehr nutzen. Ein Neubau ist zwar beschlossen - nach aktuellen Planungen rechnet der Hamburger Senat allerdings mit einer Fertigstellung erst Ende der 2030er‑Jahre.
Die CDU-Fraktion in der Hamburger Bürgerschaft fordert Medienberichten zufolge nun, den Bau einer provisorischen Ersatzbrücke zu prüfen. Die Baukosten dafür könnten sich auf rund 850 Millionen Euro belaufen.
Spediteure sprechen von „Bankrotterklärung“
Der Verein Hamburger Spediteure (VHSp) nannte die Diskussion über eine mögliche Entlastungsbrücke am Köhlbrand in einer Mitteilung vom Montag eine „Bankrotterklärung der Infrastrukturpolitik“. Die eigentliche Nachricht sei nicht, dass über eine Entlastungsbrücke nachgedacht werde, betonte der VHSp-Vorsitze Axel Plaß. „Die eigentliche Nachricht ist, dass nach rund 14 Jahren Diskussion über Tunnel, Brücke, Tunnel und wieder Brücke noch immer keine neue Querung gebaut wird.“ Wenn bei einem derart wichtigen Infrastrukturprojekt inzwischen die Debatte über Provisorien beginnt, sei das kein Zeichen guter Vorsorge, sondern ein Alarmzeichen, so Plaß.
VHSp fordert mehr Tempo beim Neubau
Der VHSp warnt davor, zusätzliche Kapazitäten in neue Zwischenlösungen zu investieren, sondern fordert die konsequente Prüfung aller rechtlichen, organisatorischen und politischen Möglichkeiten zur Beschleunigung des Projekts Köhlbrandbrücke. Alle verfügbaren Ressourcen müssten auf die schnellstmögliche Realisierung der neuen Köhlbrandquerung konzentriert werden.
„Hamburg braucht keine Debatte über Plan B. Hamburg braucht endlich die Umsetzung von Plan A. Wer den Hafen stärken will, muss den Neubau mit höchster Priorität vorantreiben und die Verfahren so organisieren, dass aus weiteren Jahren des Diskutierens nicht weitere Jahrzehnte des Wartens werden“, so Plaß.