Köhlbrandbrücke bleibt Engpass für Verkehr und Logistik

18.05.2026 08:58 Uhr | Lesezeit: 3 min
Köhlbrandbrücke Hamburg bei Sonnenuntergang
Hamburg: Bauarbeiten legen Köhlbrandbrücke zeitweise lahm
© Foto: Mario Widera/GettyImages

Die Köhlbrandbrücke wird wegen Bauarbeiten mehrfach gesperrt. Nach der ersten Vollsperre folgt monatelang einspurigem Verkehr – auch Schwertransporte bleiben eingeschränkt.

Köhlbrandbrücke: Vollsperrung und längere Einschränkungen geplant

Mit einer dreitägigen Vollsperrung ab 21 Uhr beginnen umfangreiche Reparatur‑ und Wartungsarbeiten an der Köhlbrandbrücke im Hamburger Hafen. Die Sperre soll voraussichtlich bis Montag, 5 Uhr, andauern, danach wird der Verkehr vorerst wieder freigegeben – allerdings nur einspurig im Gegenverkehr über die Südseite, wie die Hamburg Port Authority (HPA) mitteilte.

Weitere Sperrungen bis in den Sommer

Bereits am Wochenende vom 22. bis 25. Mai folgt eine weitere Vollsperrung. Anschließend wird der Verkehr einspurig über die Nordseite geführt. Diese Einschränkung gilt bis 31. Mai, 22 Uhr.

Eine dritte Vollsperre ist für das Wochenende 12. bis 15. Juni geplant. Insgesamt sind für dieses Jahr sechs Vollsperrungen vorgesehen – darunter weitere Termine im September und Oktober. Während der Bauphasen wird der Verkehr über die rund zwei Kilometer entfernte Kattwykbrücke umgeleitet.

Brücke bleibt problematischer Engpass

Die Köhlbrandbrücke zählt zu den wichtigsten Verkehrsverbindungen im Hamburger Hafen und wird täglich von rund 32.000 Fahrzeugen genutzt. Trotz bestehender Maßnahmen – darunter ein Überholverbot für Lkw seit 2012 und ein Abstandsgebot von 50 Metern seit 2019 – haben jüngste Prüfungen zunehmende Rissbildungen an Schweißnähten und im Beton festgestellt.

Beschränkungen für Schwertransporte

Bereits seit Anfang Mai ist die Brücke für genehmigungspflichtige Schwertransporte über 44 Tonnen gesperrt. Ziel dieser Maßnahme ist es, die Substanz des Bauwerks zu schonen und den Weiterbetrieb bis zum geplanten Ersatzneubau zu sichern. Für Fahrzeuge unterhalb dieser Gewichtsklasse bestehen weiterhin keine Einschränkungen.

Alternativen für Schwertransporte werden geprüft

Die Beschränkungen für den Schwerverkehr wurden von der Hafenwirtschaft als kritisch bewertet. Inzwischen arbeiten die Beteiligten laut Branchenvertretern an möglichen Alternativlösungen, darunter eine verstärkte Nutzung von Binnenschiffen und der Hafenbahn.

Ersatzneubau bleibt langfristiges Projekt

Langfristig soll eine neue, rund 20 Meter höhere Köhlbrandbrücke entstehen. Nach aktuellen Planungen rechnet der Hamburger Senat mit einer Fertigstellung erst Ende der 2030er‑Jahre. Vertreter der Hafenwirtschaft fordern eine Beschleunigung des Projekts.

Zusätzliche Entlastung könnte auch der Bau der A26‑Ost bringen, die eine weitere Elbquerung schaffen würde. Allerdings wurde der Planfeststellungsbeschluss für den ersten Bauabschnitt zuletzt teilweise als rechtswidrig eingestuft. Ein Baubeginn wird derzeit frühestens im kommenden Jahr erwartet.

HASHTAG


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