Im Straßenverkehr wurden im Jahr 2024 rund 2134 Petajoule Energie verbraucht, was 22,2 Prozent des gesamten Energieverbrauchs in Deutschland ausmachte; Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes entfielen zugleich 21,4 Prozent der gesamten CO2-Emissionen auf den Straßenverkehr. Im Vergleich zu den Jahren seit 2021 blieb der Energieverbrauch damit weitgehend stabil.
Gegenüber dem Vor-Corona-Jahr 2019 lag der Energieverbrauch im Straßenverkehr jedoch weiterhin deutlich niedriger: Damals hatte der Wert mit 2399 Petajoule einen Höchststand erreicht. Der Rückgang gegenüber 2019 betrug 11,0 Prozent. Von 2010 bis 2019 war der Energieverbrauch im Straßenverkehr hingegen noch um 6,7 Prozent gestiegen, so die Mitteilung von Destatis.
Private Haushalte verbrauchen auf der Straße mehr Energie als die Wirtschaft
Private Haushalte hatten 2024 den größeren Anteil am Energieverbrauch im Straßenverkehr. Auf sie entfielen 58,0 Prozent beziehungsweise 1238 Petajoule. Die Wirtschaft kam auf 42,0 Prozent und damit auf 896 Petajoule.
Für private Haushalte hat der Straßenverkehr am gesamten Energieverbrauch ein besonders hohes Gewicht. 35,3 Prozent ihres Gesamtenergieverbrauchs entfielen 2024 auf Mobilität auf der Straße. Die übrige Energie nutzten private Haushalte unter anderem fürs Wohnen, etwa zum Heizen. In der Wirtschaft lag der Anteil des Straßenverkehrs am Gesamtenergieverbrauch dagegen bei 14,7 Prozent.
Diesel und Benzin dominieren den Energieverbrauch im Straßenverkehr
Konventionelle Kraftstoffe prägten den Energieverbrauch im Straßenverkehr auch 2024 klar. Insgesamt wurden 98,0 Prozent des Energieverbrauchs durch konventionelle Kraftstoffe gedeckt. Damit blieb die Energienutzung im Straßenverkehr weiterhin deutlich von Diesel und Benzin bestimmt.
Diesel stellte 2024 den größten Anteil am Energieverbrauch im Straßenverkehr. Einschließlich des beigemischten Biodiesels kam Diesel auf 60,8 Prozent beziehungsweise 1297 Petajoule. Benzin und Bioethanol erreichten 37,2 Prozent und damit 794 Petajoule.
Strom legt deutlich zu, bleibt aber auf niedrigem Niveau
Strom und Gaskraftstoffe spielte im Straßenverkehr 2024 weiterhin nur eine untergeordnete Rolle. Deren Anteil am Energieverbrauch lag bei 1,0 Prozent beziehungsweise 22 Petajoule (Strom) und 21 Petajoule (Gas).
Der Stromverbrauch im Straßenverkehr stieg 2024 allerdings deutlich an: Gegenüber 2023 legte er um 32,0 Prozent zu. Im Vergleich zum Jahr 2021 hat sich der Stromverbrauch im Zuge der Ausweitung der Elektromobilität nahezu vervierfacht und stieg um 278,1 Prozent.
Biokraftstoffe deckten 2024 einen begrenzten Teil des Energieverbrauchs im Straßenverkehr ab: Biodiesel, Bioethanol und Biogas kamen zusammen auf einen Anteil von 5,5 Prozent.
Straßenverkehr verursacht 155 Millionen Tonnen CO2
Der Straßenverkehr hat im Jahr 2024 CO2-Emissionen in Höhe von 155 Millionen Tonnen verursacht. Hinzu kamen Luftschadstoffe wie Kohlenmonoxid, Stickoxide und Feinstaub. Die Emissionen beliefen sich auf 834.710 Tonnen Kohlenmonoxid, 315.500 Tonnen Stickoxide und 27.310 Tonnen Feinstaub der Partikelgröße PM10. (Feinstaub bezeichnet in der vorliegenden Auswertung Partikel mit einem Durchmesser von bis zu 10 Mikrometern. Gemeint ist damit PM10.)
Bei den Luftschadstoffen fiel der Rückgang seit 2010 deutlich stärker aus als bei den CO2-Emissionen. Während die CO2-Emissionen des Straßenverkehrs zwischen 2010 und 2024 um 6,0 Prozent zurückgingen, sanken die Emissionen von Kohlenmonoxid um 38,2 Prozent. Die Stickoxid-Emissionen reduzierten sich im selben Zeitraum um 61,2 Prozent, die Feinstaub-Emissionen um 34,8 Prozent.
Destatis erfasst den Energieverbrauch nach dem Inländerkonzept
Die Daten zum Straßenverkehr stammen aus den Umweltökonomischen Gesamtrechnungen, so das Statistische Bundesamt. Sie basieren auf unterschiedlichen Quellen, darunter Verwaltungs- und Erhebungsdaten. Erfasst wird der Endenergieverbrauch von Privatpersonen, Unternehmen und sonstigen Organisationen mit Wohnort oder Sitz in Deutschland (Inländerkonzept). Berücksichtigt werden damit die Kraftstoff- und Energieverbräuche der in Deutschland ansässigen Verkehrsteilnehmenden – unabhängig davon, ob eine Fahrt im Inland oder im Ausland stattfindet. Deshalb fließen auch Verbräuche von in Deutschland zugelassenen Pkw und Lkw bei Fahrten im Ausland in die Ergebnisse ein. Nicht berücksichtigt werden dagegen Verbräuche ausländischer Kraftfahrzeuge bei Fahrten innerhalb Deutschlands.