Kapazitätsengpässe und Verspätungen vermeiden

01.04.2026 11:07 Uhr | Lesezeit: 3 min
Schienenverkehr_Hafen_Rotterdam
Erstmals arbeiten mehrere Schienengüterverkehrsunternehmen im Rotterdamer Hafen in dieser Form zusammen
© Foto: Port of Rotterdam Authority

Insgesamt sechs Schienengüterverkehrsunternehmen haben eine engere Zusammenarbeit auf der Hafenbahnlinie in Rotterdam beschlossen.

Unter Leitung der Port of Rotterdam Authority haben insgesamt sechs Schienengüterverkehrsunternehmen – Rail Force One, HSL Netherlands, DB Cargo Nederland, RTB Cargo, LTE und Rail Cargo Group – eine Vereinbarung zur Verbesserung der betrieblichen Zusammenarbeit auf der Hafenbahnlinie unterzeichnet. Die Zusammenarbeit unter dem Namen „Track Together“ startet am 1. April 2026 als siebenmonatiges Pilotprojekt. Bei erfolgreichem Verlauf ist eine dauerhafte Fortführung vorgesehen, so die Beteiligten. Das sogenannte „Shunting Agreement“ soll es den Verkehrsunternehmen ermöglichen, bei Kapazitätsengpässen gegenseitig Fahrten zu festen Tarifen zu übernehmen. Es sei das erste Mal, dass „mehrere Schienengüterverkehrsunternehmen im Rotterdamer Hafen in dieser Form zusammenarbeiten“, so der Hafen Rotterdam.

Zugausfälle und Verspätungen vermeiden

Ziel dieser Zusammenarbeit sei es, Zugausfälle und erhebliche Verspätungen zu vermeiden, so die Port of Rotterdam Authority. Darüber hinaus soll die Vereinbarung sicherstellen, dass bei Abweichungen vom Regelbetrieb unmittelbar ein Back-up-Verfahren greift, mit dem Züge schnell von anderen Unternehmen übernommen werden können. Die Unternahmen machen nach Angaben des Hafens Rotterdam zusammen 70 Prozent des Marktes aus. Auch die Terminals profitieren davon: Ihre Gleise können selbst bei Störungen rechtzeitig geräumt werden, während planmäßige Zugbewegungen weiterhin abgewickelt werden können.

Eine eigens entwickelte App

In der Vereinbarung ist laut dem Hafen Rotterdam auch festgelegt, wie Züge sowohl administrativ als auch operativ übergeben werden und welche Verantwortlichkeiten für Auftraggeber und Auftragnehmer gelten. Dies bilde die „Grundlage für eine sichere, effiziente und transparente Zusammenarbeit im gesamten Hafengebiet“. Die Übernahme der Fahrten soll über die eigens entwickelte App „PortFlow“ erfolgen. Die Anwendung wurde von RailApp in Zusammenarbeit mit der Port of Rotterdam Authority und dem Programm Topcorridors entwickelt. Während der Pilotphase kommen der App-Entwickler, die Port of Rotterdam Authority und die Schienengüterverkehrsunternehmen monatlich zusammen, um die Zusammenarbeit zu evaluieren.


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