Rostocker Fracht- und Fischereihafen: 495.000 Tonnen Umschlag

03.07.2026 14:55 Uhr | Lesezeit: 3 min
Der Umschlag von Holz sorgt für eine robuste Grundauslastung des zweitgrößten Hafens an der Warnow
Der Umschlag von Holz sorgt für eine robuste Grundauslastung des zweitgrößten Hafens an der Warnow.
© Foto: RFH/Schwandt

Der Rostocker Fracht- und Fischereihafen erreicht im ersten Halbjahr 2026 rund 495.000 Tonnen Güterumschlag. Während Holz für stabile Mengen sorgt, bleibt das Geschäft mit Düngemitteln von Unsicherheit geprägt. Investitionen und digitale Steuerung verbessern die Abläufe.

Der Rostocker Fracht- und Fischereihafen (RFH) hat im ersten Halbjahr 2026 rund 495.000 Tonnen Güter umgeschlagen. Damit liegt das Aufkommen leicht über dem Wert des Vorjahreszeitraums von 488.000 Tonnen.

Bereits in den ersten drei Monaten hatte sich die stabile Entwicklung abgezeichnet, die sich im weiteren Jahresverlauf fortsetzte. „Mit dem bisherigen Geschäftsverlauf in diesem Jahr sind wir sehr zufrieden“, sagt RFH-Geschäftsführer Steffen Knispel. Gleichzeitig verweist er darauf, „dass sich die widrigen geopolitischen Rahmenbedingungen weiterhin ungünstig auswirken“.

Unsichere Entwicklung bei Düngemitteln belastet Planung

Besonders betroffen von externen Einflüssen ist der Umschlag von Düngemitteln. Schwankungen auf den internationalen Energie- und Rohstoffmärkten wirken sich direkt auf Preise und Nachfrage aus.

Im ersten Halbjahr wurden insgesamt 162.000 Tonnen Düngemittel über die Kaikante umgeschlagen. Die stark volatilen Rahmenbedingungen führen dabei zu einer erschwerten Kalkulation der Umschlagsmengen.

Holz bleibt wichtigste Gütergruppe im Hafen

Eine stabile Basis bildet weiterhin der Holzumschlag. Rundholz und Holzhackschnitzel zählen zu den wichtigsten Gütern im RFH und sichern seit Jahren eine verlässliche Auslastung.

Seit Jahresbeginn wurden in diesem Segment insgesamt 288.000 Tonnen abgewickelt. Ein erheblicher Anteil der Transporte erfolgt dabei über die Schiene ins Hinterland.

Vor diesem Hintergrund investiert der Hafen kontinuierlich in die Ertüchtigung seines eigenen Schienennetzes. Parallel dazu stehen die Modernisierung von Gewerbeimmobilien sowie die Optimierung interner Logistikprozesse im Fokus.

Cargoclix steuert Lkw-Verkehre im gesamten Hafen

Mit steigender Auslastung wächst auch der Koordinationsaufwand im Lkw-Verkehr. Um Wartezeiten zu reduzieren und die Planbarkeit zu erhöhen, setzt der RFH auf das Zeitfensterbuchungssystem Cargoclix.

Speditionen können Slot-Zeiten vorab über ein Online-Portal buchen. „So lässt sich die Abfertigung der Lkw effizienter koordinieren und etwaige Staus werden vorweg entzerrt“, erläutert Sven Köppen, Leiter Hafenwirtschaft beim RFH.

Nach einer Testphase im Mai wurde das System im Juni in den Regelbetrieb für den gesamten Hafenbereich überführt.

Investitionen in Kühltechnik und Infrastruktur

Parallel zum operativen Geschäft investiert der RFH in seine Infrastruktur. Aktuell fließen rund 850.000 Euro in die Modernisierung einer Tiefkühl-Leichtbauhalle, wie der Hafen mitteilt. Im Zuge der Maßnahmen wird die Kälteanlage erneuert und eine neue Be- und Entladeschleuse installiert.


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