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Institute: Wirtschaft durch das "Stop and go" verunsichert

Die deutsche Industriekonjunktur profitiert vom Auslandsgeschäft
© Foto: Christian Charisius/dpa/picture-alliance

Bei ihren Prognosen zeigen sich die Wirtschaftsforschungsinstitute vorsichtig, zwar gehen sie von einer Erholung bei der Industrie aus, fürchten aber einen Anstieg der Insolvenzen.


Datum:
19.03.2021
Autor:
Thomas Burgert
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Berlin. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat seine Wachstumsprognose für Deutschland angesichts der Pandemie-Entwicklung nach unten korrigiert. Mit Blick auf die Maßnahmen gegen das Virus rechnen die Ökonomen für das laufende Jahr nur noch mit einem Wirtschaftswachstum von 3,0 Prozent, wie Konjunkturexperte Claus Michelsen am Donnerstag, 18. März, sagte. Noch im Dezember sah das Szenario ein Wachstum von 3,8 Prozent vor.

Das „Stop and Go“ in der Wirtschaft, die sich alle paar Wochen neu auf Öffnungen und Schließungen einstellen müsse, befördere Unsicherheit, sagte Michelsen. Das werde sich auch auf die Insolvenzzahlen auswirken. Die Aussetzung der Insolvenz-Anmeldepflicht im vergangenen Jahr habe das Insolvenzgeschehen bislang nur verschleiert. „Wir erwarten auch für dieses Jahr, dass gewisse Insolvenzen nachgeholt werden, die letztes Jahr ausgeblieben sind, so dass wir davon ausgehen können, dass das Insolvenzgeschehen in der Größenordnung von 20 bis 30 Prozent nach oben gehen wird“, so Michelsen.

Deutschland startet mit einem Dämpfer ins neue Jahr

Auch aus Sicht des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel (IfW) ist Deutschland mit einem Dämpfer ins neue Jahr gestartet: Das Institut geht wegen des Corona-Lockdowns von einem Minus von 2,7 Prozent im ersten Quartal aus. Mit Blick auf das Gesamtjahr sind die Kieler Ökonomen aber optimistischer: Die aktuelle Prognose geht für Deutschland von einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 3,7 Prozent aus. Bislang hatten die Kieler Forscher ein Plus von 3,1 Prozent erwartet.

Grund ist demnach die Industriekonjunktur, die vom Auslandsgeschäft profitiert, wie das IfW ebenfalls am Donnerstag mitteilte. Für 2022 erwartet das Institut jetzt ein Wachstum von 4,8 Prozent. Auch das DIW schätzt die Lage für die deutsche Industrie besser ein, weil wichtige Exportmärkte in den USA und China wieder an Fahrt aufnehmen. Die Dienstleistungssektoren seien hingegen „weiterhin schwer getroffen“.

Das Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung in Halle (IWH) geht wiederum davon aus, dass die Lockerungen zwar zu einem Anstieg der wirtschaftlichen Mobilität führten, aber auch der Neuinfektionen und Todesfälle. Der erwartete Anstieg der ökonomischen Mobilität um gut zehn Prozentpunkte dürfte die Zahl der Neuinfektionen und der Todesfälle in Deutschland um 25 Prozent erhöhen, hieß es in einer Mitteilung des Instituts. (dpa/tb)

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