HDE: Billiganbieter werden mit Zöllen nicht gestoppt

23.09.2026 09:54 Uhr | Lesezeit: 3 min
Apps Temu Shein auf einem Smartphone Startbildschirm
Die Maßnahmen der EU würden das Geschäftsmodell von Shein und Temu etwas treffen, doch an der Paketflut nichts ändern 
©Foto: Jhon/stock.adobe.com

Ab November kommt eine zusätzliche Bearbeitungsgebühr auf günstige Online-Bestellungen hinzu. Der deutsche Handelsverband erwartet nur eine geringe Wirkung.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) warnt auch nach dem Wegfall der Zollfreigrenze vor einer andauernden Flut von Billigpaketen aus Ländern außerhalb der EU. „Temu, Shein und wie sie alle heißen werden sich anpassen, und sie werden weitermachen“, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth dem Nachrichtenportal „t-online“.

Millionen und Abermillionen Pakete

Die Abschaffung der Zollfreigrenze von 150 Euro für Warensendungen aus Nicht-EU-Staaten im vergangenen Juli zeige zwar Wirkung. Frankreich melde bereits 30 bis 40 Prozent weniger Sendungen. „Aber wir reden immer noch über Millionen und Abermillionen Pakete“, sagte Genth. Für Deutschland gebe es noch keine Zahlen. Genth sieht keinen Grund, warum die Entwicklung hierzulande anders verlaufen sollte. Doch selbst bei einem Rückgang um ein Drittel gehe es weiterhin um Hunderttausende Pakete täglich. „Wir treffen das Geschäftsmodell etwas, doch Shein und Temu stoppen wir so leider nicht.“

Bald auch Gebühr für EU-Importe per Paket

Seit Juli wird auch auf günstige Waren aus dem Ausland Zoll fällig. Pro Warengruppe in der Sendung werden pauschal drei Euro berechnet. Dafür sind eigentlich die Verkäufer oder Importeure verantwortlich. Manche Händler reichen die Zollpauschale aber an Verbraucher weiter, die nun mehr zahlen müssen

Handelsverband sieht Wettbewerbsverzerrung

Von November an wird zudem für Pakete mit billiger Online-Ware in der EU eine Bearbeitungsgebühr fällig, deren Höhe die EU-Kommission noch festlegen muss. Genth rechnet mit zwei Euro Gebühr pro Paket. „Fünf Euro, mein Gott - da hätten wir uns deutlich mehr vorgestellt“, sagte er dazu. Weitere Maßnahmen seien notwendig, um die von ihm kritisierten Wettbewerbsverzerrungen zu beenden. So fordert Genth unter anderem eine zentrale Marktaufsicht für Anbieter aus Drittstaaten.


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