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Hafenbetriebe: Verdi fordert Reallohnsicherung

© Foto: Hendrik Schmidt/dpa/picture-alliance

Weitere Warnstreiks im Zuge der aktuellen Tarifverhandlungen wurden den Hafenbeschäftigten in einem gerichtlichen Vergleich untersagt. Jedenfalls für die Zeit der kommenden Verhandlungstermine. Der Konflikt der Tarifpartner bleibt, trotz Kompromissbereitschaft.


Datum:
25.07.2022
Autor:
Janis Leonhardt/Stefanie Schuhmacher/dpa
Lesezeit: 
3 min
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Im Tarifkonflikt in den Nordseehäfen beharrt die Gewerkschaft Verdi angesichts der hohen Inflation auf einer Sicherung der Reallöhne für alle Beschäftigten. „Das ist nach wie vor das, was wir wollen“, sagte Verdi-Verhandlungsführerin Maya Schwiegershausen-Güth der Deutschen Presse-Agentur. „Ein Inflationsausgleich ist wichtig für alle Kollegen, insbesondere für die niedrigeren Lohngruppen, wo das einfach nochmal einen deutlichen Unterschied macht, wenn sie für die Energie jetzt 38 Prozent mehr zahlen müssen oder knapp 13 Prozent für Nahrungsmittel.“ Verdi und der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) haben in bislang sieben Verhandlungsrunden ergebnislos um einen neuen Tarifvertrag für die rund 12.000 betroffenen Beschäftigten verhandelt. Begleitet waren die Verhandlungen von drei Warnstreiks, mit denen Verdi zuletzt die Abfertigung von Schiffen für 48 Stunden lahmgelegt hatte.

Frage der Laufzeit

Für Mittwoch (27. Juli) sowie den 10. und 22. August wurden neue Gesprächstermine vereinbart. Bis dahin sind nach einem vor dem Arbeitsgericht Hamburg geschlossenen Vergleich weitere Warnstreiks untersagt. Der Konflikt dreht sich aus Sicht der Gewerkschaft vor allem darum, ihre Forderung nach Ausgleich der Teuerung mit einer zuletzt von Arbeitgeberseite ins Spiel gebrachten Laufzeit von 24 Monaten zu verknüpfen. „Wir brauchen eine Reallohnsicherung für alle Beschäftigten über die gesamte Laufzeit des Tarifvertrages. Das ist das relevante Kriterium für die Laufzeitdebatte.“, fasste Maya Schwiegershausen-Güth den Standpunkt der Gewerkschaft zusammen. 

Ausstehende Einigung

„Tarifverträge sind immer Kompromisse. Auch wir wollen einen Abschluss.“, reagierte sie auf den Vorwurf der Unternehmerseite, sich einem Kompromiss zu verschließen und auf Ausgangsforderungen zu beharren. Einen Schlichter hinzuzuziehen, wie von Arbeitgebern und zuletzt der Politik gefordert, schließt die Gewerkschaft derzeit aus. Verdi war mit einem Forderungspaket in die Verhandlungen gegangen, das nach eigenen Angaben in der Spitze Lohnerhöhungen von bis zu 14 Prozent bei einer Laufzeit von 12 Monaten bedeutet. Auf dem Tisch liegt aktuell ein Angebot der Arbeitgeber - bei allerdings 24 Monaten Laufzeit - mit 12,5 Prozent für die Containerbetriebe und 9,6 Prozent für konventionelle Betriebe. Für Betriebe in wirtschaftlichen Schwierigkeiten, bei denen Beschäftigungssicherung greift, taxiert der ZDS das Angebot auf 5,5 Prozent. (jl/ste/dpa)

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