Finanzierung der Seehäfen neu regeln

17.06.2026 07:58 Uhr | Lesezeit: 3 min
JadeWeserPort Wilhelmshaven erhöht Hafengebühren
Die Seehäfen und die fünf Küstenländer fordern eine stärkere Beteiligung des Bundes an der Finanzierung der Häfen
© Foto: x-way-pix/gettyimages

In einem Brief an das Kanzleramt drängen die Seehäfen und die Küstenländer auf eine Neuregelung der Hafenfinanzierung und eine damit verbundene stärkere Beteiligung des Bundes.

Die Seehäfen und die fünf Küstenländer drängen das Kanzleramt, die Finanzierung der Seehäfen neu zu regeln. In einem Positionspapier fordern sie eine stärkere Beteiligung des Bundes an der Finanzierung der Häfen, berichtet die „Deutsche Presse-Agentur“. Den Investitionsbedarf beziffern sie auf rund 15 Milliarden Euro. „Dieser ist das Ergebnis einer über lange Zeit unzureichenden Finanzierung, die mit den gewachsenen Anforderungen an die Seehäfen nicht Schritt gehalten hat“, heißt es dort weiter.

Seehäfen übernehmen Aufgaben für die ganze Bundesrepublik

Der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) hat zudem einen Brief an Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU) verfasst. Der Brief nimmt Bezug auf die Nationale Maritime Konferenz. Auf dieser Konferenz im April wurden laut dem Verband keine Fortschritte erzielt, die Finanzierung neu zu regeln. Der ZDS und die Länder begründen ihre Position damit, dass die Seehäfen ihrer Ansicht nach Aufgaben für die ganze Bundesrepublik übernehmen. ZDS-Hauptgeschäftsführer Florian Keisinger nannte als Stichpunkte die Energiewende, Sicherheit und Verteidigung.

Mehr Mittel, um den Investitionsstau abzubauen

Es sei nicht tragfähig, die Finanzierung der Häfen nahezu allein den Ländern zu überlassen, heißt es in dem Papier. Daher fordern die Absender eine Finanzreform: Als „Grundfinanzierung“ würden die Häfen demnach bis zu 500 Millionen Euro im Jahr benötigen, etwa um wettbewerbsfähig zu bleiben. Ferner sollten etwa über Projekte die benötigten 15 Milliarden Euro bereitgestellt werden, um den „Investitionsstau“ abzubauen.

Seehäfen sind grundsätzlich Ländersache

Der ZDS und die Küstenländer beklagen seit Jahren eine strukturelle Unterfinanzierung der Seehäfen. Die Bundesregierung zahlt den Ländern jährlich 38,3 Millionen Euro, was auch „Hafenlastenausgleich“ genannt wird. Die finanzielle Beteiligung des Bundes wurde zuletzt 2005 angepasst. Grundsätzlich sind die Länder dafür zuständig, die Seehäfen instand zu halten. Diskutiert wird die Frage, ob es eine Verfassungsänderung braucht, um die jährliche Zahlung neu zu regeln. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sieht rechtliche Hürden, wie er auf der Nationalen Maritimen Konferenz sagte. Gleichzeitig kündigte er an, die Häfen unterstützen zu wollen.


Mit dem VerkehrsRundschau-Newsletter immer auf dem neuesten Stand

Von Montag bis Freitag bekommen Sie unser Mittags-Update mit aktuellen Nachrichten aus der Transport- und Logistikbranche kostenfrei in Ihr E-Mail-Postfach. Zusätzlich bekommen Sie immer samstags digitale VR-Post mit den Wochen-Highlights. Den VR-Newsletter können Sie hier gratis abonnieren.

Sie haben ein Sie haben Fragen, Anregungen oder ein konkretes Anliegen? Dann schreiben Sie uns gerne an das VerkehrsRundschau-Postfach unter verkehrsrundschau@tecvia.com


HASHTAG


#Seefracht

MEISTGELESEN


STELLENANGEBOTE


Mitarbeiter (m/w/d) Flottenmanagement

Wertheim (Großraum Würzburg)

Einkäufer (m/w/d)

Düsseldorf

KOMMENTARE

SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!


NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


Die VerkehrsRundschau ist eine unabhängige und kompetente Abo-Fachzeitschrift für Spedition, Transport und Logistik und ein tagesaktuelles Online-Portal. VerkehrsRunschau.de bietet aktuelle Nachrichten, Hintergrundberichte, Analysen und informiert unter anderem zu Themen rund um Nutzfahrzeuge, Transport, Lager, Umschlag, Lkw-Maut, Fahrverbote, Fuhrparkmanagement, KEP sowie Ausbildung und Karriere, Recht und Geld, Test und Technik. Informative Dossiers bietet die VerkehrsRundschau auch zu Produkten und Dienstleistungen wie schwere Lkw, Trailer, Gabelstapler, Lagertechnik oder Versicherungen. Die Leser der VerkehrsRundschau sind Inhaber, Geschäftsführer, leitende Angestellte bei Logistikdienstleistern aus Transport, Spedition und Lagerei, Transportlogistik-Entscheider aus der verladenden Wirtschaft und Industrie.