Der nordrhein-westfälische Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) wünscht sich höhere Bußgelder für Lastwagen, die sich nicht an Fahrverbote über marode Brücken halten. Bislang müssen nach seinen Worten Lastwagen, die sich nicht an Gewichtsbeschränkungen zum Schutz kaputter Brücken halten, teilweise weniger als 100 Euro zahlen. „Das ist zu wenig, gemessen an dem potenziellen Schaden, den ein 40-Tonner auf einer maroden Brücke anrichtet – und gemessen an dem, was Spediteure an Geld und Zeit sparen, wenn sie mit der Abkürzung über so eine Brücke viele Kilometer Umweg vermeiden“, sagte Krischer der „Rheinischen Post“.
Krischer sieht den Bund am Zug
Die Strafe sollte laut Krischer „deutlich höher liegen, damit sich das nicht mehr lohnt“. Das könne der Bund aber ändern, sieht Krischer die Bundesregierung am Zug. Viele Brücken auf Autobahnen und Landstraßen in Nordrhein-Westfalen sind in einem sehr schlechten Zustand. Besonders im Fokus stehen in Nordrhein-Westfalen im Moment die Nordbahnbrücke an der A565 in Bonn und die Wiehltalbrücke auf der A4 zwischen Olpe und Köln. Auf der A4 gelten bereits Einschränkungen für den Verkehr, die Nordbahnbrücke soll ab Mitte Januar für Lastwagen schwerer als 7,5 Tonnen gesperrt werden.
Minister kritisiert Sanierungstempo bei Bundeszuständigkeit
„Mit der Sanierung von jährlich 170 statt der geplanten 400 Autobahnbrücken bundesweit liegt der Bund weit hinter dem, was nötig wäre“, kritisierte Krischer in der „Rheinischen Post“ mit Blick auf drohende Brückensperrungen. Bei der Sanierung der Brücken in Landeszuständigkeit sieht er NRW dagegen auf einem guten Weg: Ziel sei es, in zehn Jahren 400 Brücken zu sanieren. „Seit Beginn der Sanierungsoffensive liegen wir über dem Plansoll“, so Krischer. Inzwischen seien 43 Brücken fertig, so der Minister.