Neue Kooperation für Binnenhäfen und Schifffahrt

23.02.2026 09:58 Uhr | Lesezeit: 3 min
Schifffahrtsverbände Allianz
Schifffahrtsverbände sprechen künftig mit einer Stimme
© Foto: Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt

BDB, BÖB und VBW vertiefen ihre Zusammenarbeit. Ziel ist eine stärkere politische Interessenvertretung für das System Wasserstraße.

Die drei maßgeblichen Verbände der deutschen Binnenschifffahrts- und Hafenwirtschaft wollen künftig enger zusammenarbeiten. Darauf haben sich der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB), der Bundesverband Öffentlicher Binnenhäfen (BÖB) sowie der Verein für europäische Binnenschifffahrt und Wasserstraßen (VBW) verständigt.

Die Einigung wurde bei einem Spitzentreffen der Präsidien und Vorstände Ende des vergangenen Jahres in Duisburg erzielt und inzwischen in einem Memorandum of Understanding schriftlich fixiert. Ziel ist es, die Interessen der Schifffahrts- und Hafenwirtschaft künftig noch geschlossener gegenüber Politik und Verwaltung zu vertreten.

Initiative System Wasserstraße wird gestärkt

Kern der Vereinbarung ist die Fortführung und Intensivierung der gemeinsamen Arbeit in der „Initiative System Wasserstraße“ (ISW). Die strategische Allianz setzt sich für einen beschleunigten Erhalt und Ausbau der Wasserstraßeninfrastruktur ein.

Die ISW wird mittlerweile von mehr als 20 Verbänden aus Schifffahrt, Häfen, Spedition, Logistik, Bauwirtschaft und verladen­der Industrie getragen. Damit bildet sie ein einzigartiges Bündnis aller Akteure rund um das System Wasserstraße. BDB und BÖB wollen die erfolgreiche gemeinsame Geschäftsführung fortsetzen, zusätzliche Partner gewinnen und die Sichtbarkeit des Systems Wasserstraße bei politischen Entscheidern weiter erhöhen.

Facharbeit und Gremien enger verzahnt

Darüber hinaus wollen die drei Organisationen ihr fachliches Know-how stärker bündeln. Geplant ist, Fachausschüsse und Kommissionen wechselseitig zu öffnen und enger zu verzahnen. Denkbar sind gemeinsame Tagungen, themenspezifische Projekte sowie perspektivisch auch die Zusammenlegung inhaltlich verwandter Gremien.

Neben der Arbeit in der ISW beabsichtigen BDB und BÖB zudem eine intensivere bilaterale Zusammenarbeit in schifffahrts- und hafenrelevanten Themenfeldern. Wo fachliche Positionen übereinstimmen, soll künftig gemeinsam und abgestimmt gegenüber Politik und Verwaltung agiert werden. Die eigenständige Wahrnehmung der jeweiligen satzungsgemäßen Aufgaben bleibt davon unberührt.

Auch organisatorisch rücken die Verbände näher zusammen: Die Geschäftsstellen wollen ihre Abstimmung vertiefen, ergänzt durch regelmäßige strategische Gespräche auf Vorstands- und Präsidiumsebene.

Gemeinsames Signal an Politik und Verwaltung

BDB-Geschäftsführer Jens Schwanen bezeichnete die Vereinbarung als wichtigen Schritt für das gesamte System Wasserstraße. Die engere Kooperation der Branchenverbände in Verbindung mit der fachwissenschaftlichen Arbeit des VBW sende ein starkes Signal an Politik und Verwaltung in Berlin, dass die maßgeblichen Organisationen künftig partnerschaftlich und geschlossen auftreten.

Marcel Lohbeck, Geschäftsführer von BÖB und VBW, betonte, angesichts der vielfältigen Herausforderungen benötige das System Wasserstraße starke strategische Allianzen. Die vereinbarte Zusammenarbeit schaffe den geeigneten Rahmen, um die politische Interessenvertretung deutlich zu stärken und gleichzeitig die fachliche Arbeit sowie das ehrenamtliche Engagement enger zu bündeln.


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