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EU: Emissionshandel auf Verkehrssektor ausweiten

Die EU will den Emissionshandel auf den Verkehr ausweiten, es werden schwierige Verhandlungen erwartet
© Foto: Fischer/Bildagentur-online/picture-alliance

Auf EU-Ebene werden aktuell wichtige Teile des EU-Klimapakets verhandelt. Es geht unter anderem darum, dass für den Ausstoß von CO2 häufiger gezahlt werden soll.


Datum:
16.12.2022
Autor:
Thomas Burgert
Lesezeit:
4 min
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Unterhändler des Europaparlaments und der EU-Staaten verhandeln von diesem Freitag an über wichtige Teile des EU-Klimapakets „Fit for 55“. Konkret geht es um eine Reform des EU-Emissionshandels, um Anreize für einen niedrigeren Ausstoß klimaschädlicher Gase wie Kohlendioxid (CO2) zu schaffen. Verhandelt wird auch ein Klimasozialfonds, der Bürger bei der Energiewende unterstützen soll. Es werden schwierige Verhandlungen erwartet. Um Treibhausgase zu verringern, wurde 2005 das sogenannte Emissionshandelssystem (ETS) eingerichtet. Bestimmte Unternehmen müssen dafür zahlen, wenn sie klimaschädliche Gase wie Kohlendioxid (CO2) ausstoßen. Das gilt als ein starker Anreiz, Emissionen zu vermeiden.

Die EU-Kommission hatte 2021 vorgeschlagen, die Zahl der Verschmutzungsrechte schneller zu verringern und kostenlose Zertifikate für Firmen schrittweise auslaufen zu lassen. Das Parlament und die Staaten sind sich allerdings uneins, wie schnell das geschehen soll. Das Parlament will, dass die Zertifikate 2032 auslaufen – die Staaten drängen auf das Jahr 2035. Von diesem Zeitpunkt an sollen auch Produzenten im Ausland für den Ausstoß von CO2 zahlen, wenn sie ihre Ware in der EU verkaufen wollen – durch einen sogenannten CO2-Grenzausgleich. Auf diesen Mechanismus hatten sich Unterhändler bereits Anfang der Woche im Grundsatz geeinigt.

Projekte sind Teil des „Fit for 55“-Pakets der EU

Der Emissionshandel soll zudem auf das Heizen von Gebäuden und den Verkehr ausgeweitet werden, sodass auch hier für Emissionen gezahlt werden müsste. Das ist allerdings umstritten, Kritiker fürchten höhere Energiekosten für Verbraucher. Daher will das Parlament, dass das ETS zunächst nur für kommerzielle Gebäude und Transport gelten soll, während die Länder es für alle einführen wollen. In Deutschland gilt der Emissionshandel bereits für alle Gebäude und den Verkehr.

Ein weiterer strittiger Punkt ist der sogenannte Klima-Sozialfonds, der höhere Kosten für Verbraucher durch die Energiewende abfangen soll. Damit sollen Haushalte entlastet und Investitionen, zum Beispiel in effizientere Gebäude, finanziert werden. Der Fonds soll sich etwa durch Einnahmen aus dem Emissionshandel speisen. Die EU-Kommission will einen Fonds von bis zu 144,4 Milliarden Euro bis 2032. Das EU-Parlament spricht sich für rund die Hälfte aus. Die EU-Länder sind für einen noch kleineren Topf von rund 59 Milliarden Euro. Besonders Deutschland hatte für die Verkleinerung plädiert.

Die Projekte sind Teil des „Fit for 55“-Pakets der Europäischen Kommission. Es soll den EU-Ländern dabei helfen, CO2-Emissionen bis 2030 um 55 Prozent gegenüber 1990 zu senken und bis 2050 klimaneutral zu werden. 

Weiterführende Informationen im Who is Who Logistik 2023

Weiterführende Informationen zum EU-Emissionshandel, wie dieser konkret im Güterverkehr funktionieren soll, und was dies für die Unternehmen im Güterverkehr bedeutet, zeigt der CDU-Europaabgeordnete Peter Liese im aktuellen Who is Who Logistik 2023 auf (Artikel Seite 4 bis Seite 7)

Liese verhandelt Im Rahmen des Klimareformpakets „Fit for 55“ derzeit als Berichterstatter des Europäischen Parlaments die Reform des EU-Emissionshandels mit den Mitgliedstaaten. Hier der Artikel zum Download

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