Die Bundesregierung erwartet durch den Wegfall manueller Kuppelvorgänge ein Kostensenkungspotenzial im Zusammenhang mit der Digitalen Automatischen Kupplung (DAK) bei Güterzügen. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion im Bundestag hervor. Durch das DAK-Basispaket werde insbesondere die Vorbereitungszeit bei der Zugbildung und -zerlegung reduziert, da der manuelle Aufwand für das Kuppeln und Entkuppeln, die Erfassung der Wagenreihung sowie die Durchführung der Bremsprobe entfällt, schreibt die Bundesregierung.
Vertiefende Untersuchungen sollen Zahlen liefern
Eine Kennzahl für das konkrete Kostensenkungspotenzial in Prozent der Betriebskosten pro gefahrenem Trassenkilometer liege allerdings nicht vor, so die Bundesregierung weiter. Für eine belastbare, trassenkilometerbezogene Prozentangabe verweist die Regierung auf aktuell laufende beziehungsweise künftige vertiefende Untersuchungen im Rahmen des „Europe's Rail“ Programm für Forschung und Innovation im Schienenverkehr.
Effizienzsteigerung des Einzelwagenverkehrs
Zur Beantwortung der Frage nach konkurrierenden Forschungsprojekte zur Effizienzsteigerung des Einzelwagenverkehrs, wird in der Antwort auf das Bundesprogramm „Zukunft Schienengüterverkehr“ (Z-SGV) verwiesen. Im Rahmen dessen würden „Innovationsvorhaben in den Bereichen Digitalisierung, Automatisierung und innovative Fahrzeugtechnik“ gefördert, die zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und Effizienz des SGV beitragen können, heißt es. Dabei würden auch Vorhaben gefördert, die der Effizienzsteigerung des Einzelwagenverkehrs dienen.
Keine Konkurrenz zu anderen Vorhaben
Diese Vorhaben stünden auch „nicht in Konkurrenz zur Einführung der DAK“, betont die Regierung in ihrer Antwort im Bundestag. Alternative Kupplungssysteme oder Verfahren zur Automatisierung des Kuppel- und Entkuppelvorgangs unter Beibehaltung der Schraubenkupplung bei Güterzügen „wurden und werden bisher im Rahmen des Bundesprogramms Z-SGV nicht gefördert“.
Es gibt zahlreiche Auftragsforschungsprojekte
Darüber hinaus habe das Deutsche Zentrum für Schienenverkehrsforschung (DZSF) zahlreiche Auftragsforschungsprojekte im Themenbereich SGV ausgeschrieben, die unter anderem zur Effizienzsteigerung im Einzelwagenverkehr forschen. Diese würden unabhängig von der DAK-Entwicklung betreut und beschäftigten sich ebenso nicht mit der Entwicklung einer Kupplung.