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DSLV ermittelt massiven Kostenschub beim Palettentausch

Der Palettentausch ist mit nicht unerheblichen Prozesskosten verbunden - und die sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen
© Foto: Marco2811/stock.adobe.com

Die Prozesskosten der Stückgut- und Systemlogistik für das Europaletten-Tauschverfahren betragen mittlerweile bis zu 6,72 Euro pro Palette. Zu diesem Schluss kommt eine vom DSLV Bundesverband Spedition und Logistik in Auftrag gegebene Studie.


Datum:
08.12.2022
Autor:
Mareike Haus
Lesezeit:
3 min
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Die Prozesskosten der Stückgut- und Systemlogistik für das Europaletten-Tauschverfahren lagen in den ersten sechs Monaten des Jahres 2022 zwischen 5,69 und 6,72 Euro pro Palette. Zu diesem Ergebnis kommt eine vom DSLV Bundesverband Spedition und Logistik in Auftrag gegebene Studie des Beratungsunternehmens Forlogic, mit der der Aufwand untersucht wurde, der bei den Speditionen für das Management unbeladener Flachpaletten im ersten Halbjahr 2022 entstand. Bereits in den Jahren 2008/2009 wurde eine vergleichbare Studie durch den DSLV beauftragt. Die Untersuchung des Fraunhofer IML kam seinerzeit zu dem Ergebnis, dass der Umlauf einer tauschfähigen Euroflachpalette mit Kosten in Höhe von 2,49 Euro (mit einem Korridor bis 3,01 Euro) verbunden sei.

Im Rahmen der diesjährigen Studie, die im September unter 130 Studienteilnehmenden per Onlinefragebogen durchgeführt wurde, wurden die Kosten für Sichtkontrollen und Sortierung nach Qualitätsstufen, für den Transport sowie für die Be- und Entladung der Fahrzeuge mit Leerpaletten untersucht. Die Studie wirft auch einen Blick auf die administrativen Kosten wie Bestandskontrollen und das Führen von Palettenkonten. Die Reparatur beschädigter Paletten, Ersatzbeschaffungen, der Wertverlust durch Rücktausch neuwertiger Paletten gegen Ladehilfsmittel mit geringerer Qualität, die Kapitalbindungskosten für Palettenbestände sowie Kosten für den Ausgleich von Inventurdifferenzen zwischen den einzelnen Depots sind ebenfalls in den Kostenindex eingeflossen.

Stark gestiegene Anschaffungspreise machen Ersatz teuer

Die Durchschnittskosten für die Leerpalettenabwicklung schlüsselt sich demnach wie folgt auf: Für das physische Handling wurden 1,60 Euro ermittelt, für die Administration 1,18 Euro, für Transporte 1,03 Euro und für offene Forderungen 0,37 Euro. Ein weiterer großer Posten fällt für Ersatz, Verlust und Reparatur an: hier weist die Studie einen Wert von 1,51 Euro aus.

Da es bei manchen Auftraggebern erforderlich sei, ausschließlich Paletten der Güteklasse „Neu“ als Leergut zur Verfügung zu stellen, ermittelte die Studie auch die Kosten des Palettentauschs im so genannten Segment „Sonderanforderungen“, die sich auf 6,72 Euro pro Palette summieren. Den mit Abstand größten Anteil hat hier der Posten Ersatz, Verlust und Reparatur mit 2,43 Euro.

Anlass der Studie sei laut DSLV denn auch der hohe Anstieg der Anschaffungskosten sowohl für neue als auch für gebrauchte Paletten gewesen, die sich im April und Mai 2022 gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt hätten. Zur Kostenentwicklung hatte Forlogic 156 Versand- und Empfangsdepots verschiedener Stückgut- und Systemnetze befragt. Der Preis pro Palette betrug demnach im ersten Halbjahr durchschnittlich 17,05 Euro. Für Neu-Paletten werden 22,60 Euro und für Klasse-A-Paletten 18,96 Euro ausgewiesen.

Die komplette Studie steht auf den Seiten des DSLV kostenlos zum Download bereit.

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