Firmeninsolvenzen steigen 2025 auf höchsten Stand seit 2014

13.03.2026 13:13 Uhr | Lesezeit: 3 min
Firma hinter einem Zaun an dem ein Schild "Betrieb geschlossen" hängt
Hohe Kosten und Unsicherheit treiben Firmen in die Pleite
© Foto: bluedesign/stock.adobe.com

Jede zehnte Firma gilt inzwischen als insolvenzgefährdet – und 2026 dürfte die Zahl der Pleiten weiter steigen.

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist 2025 weiter gestiegen und hat mit rund 24.000 Fällen den höchsten Wert seit 2014 erreicht. Damit liegen die Zahlen 9,6 % über dem Vorjahr (21.964 Fälle). Das zeigt die neue Insolvenz‑Analyse von CRIF Deutschland.

CRIF: Wirtschaftliche Belastungen drücken Unternehmen in die Insolvenz

„Die Rahmenbedingungen haben sich im vergangenen Jahr spürbar verschlechtert“, sagt Dr. Frank Schlein, Geschäftsführer von CRIF Deutschland.
Viele Unternehmen kämpften gleichzeitig mit:

  • hohen Energie‑ und Produktionskosten,
  • geopolitischen Risiken,
  • wachsender Bürokratie,
  • angespannten Lieferketten und
  • schwacher Konsumneigung.

Diese Kombination setze besonders kleine und mittelständische Unternehmen erheblich unter Druck.

Prognose 2026: Trend zeigt weiter nach oben

Trotz etwas besserer Stimmung in Teilen der Wirtschaft bleibt die Lage insgesamt unsicher.
Der Irankrieg führt zu steigenden Öl‑ und Gaspreisen und belastet die Inflation erneut.

CRIF erwartet deshalb 2026:

  • 24.800 Firmeninsolvenzen (+3 %)
  • 10,3 % aller Unternehmen gelten bereits jetzt als insolvenzgefährdet
  • Das entspricht 322.470 Firmen in Deutschland

Damit steigt der Anteil gefährdeter Unternehmen um 1,4 Prozentpunkte zum Vorjahr.

Regionale Unterschiede: Berlin bleibt Hotspot

Die Insolvenzdichte unterscheidet sich bundesweit deutlich:

  • Berlin: 117 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen (Spitzenwert)
  • Bundesdurchschnitt: 77 Fälle
  • NRW: 103
  • Hamburg: 98
  • Hessen: 88
  • Bremen: 85

Am unteren Ende der Skala liegen:

  • Thüringen: 51
  • Brandenburg: 53
  • Saarland & Mecklenburg‑Vorpommern: 54
  • Bayern: 56

Absolut betrachtet führen:

  • NRW: 6.502 Fälle
  • Bayern: 3.316
  • Baden‑Württemberg: 2.706

Starke Zuwächse in Hessen und Thüringen – Saarland mit Rückgang

Vergleicht man die Veränderung zum Vorjahr, zeigen sich deutliche Unterschiede:

  • Hessen: +27,2 %
  • Thüringen: +21,7 %
  • Sachsen‑Anhalt: +20,4 %
  • Rheinland‑Pfalz: +16,4 %

Nur vier Länder verzeichneten Rückgänge:

  • Berlin: –7,8 %
  • Bremen: –10,1 %
  • Saarland: –27,9 % (stärkster Rückgang)
  • Mecklenburg‑Vorpommern: –0,9 %

Junge Unternehmen besonders betroffen

58,6 % der insolventen Unternehmen existierten weniger als zehn Jahre.
Die Altersstruktur der insolventen Firmen:

  • 0–2 Jahre: 7,7 %
  • 3–4 Jahre: 12,8 %
  • 5–6 Jahre: 15,2 %
  • 7–8 Jahre: 13,2 %
  • 9–10 Jahre: 9,7 %
  • Über 10 Jahre: 41,4 %

Die Zahlen zeigen: Junge Firmen sind deutlich krisenanfälliger.

322.470 Unternehmen gelten als insolvenzgefährdet

Die CRIF‑Analyse zeigt, dass der Anteil gefährdeter Firmen weiter steigt:

  • NRW: 74.800 Unternehmen (11,8 %)
  • Bayern: 42.560 (7,2 %)
  • Baden‑Württemberg: 36.193 (8,5 %)
  • Niedersachsen: 26.040 (9,4 %)
  • Hessen: 25.222 (10,7 %)
  • Berlin: 25.101 (14,9 %, höchste Quote)
  • Rheinland‑Pfalz: 13.168 (9,0 %)
  • Schleswig‑Holstein: 9.796 (8,6 %)
  • Thüringen: 8.307 (12,9 %)

Unternehmen gelten als gefährdet, wenn sie einen CRIF‑Bonitätsindex von 4,5–6,0 aufweisen.
Berücksichtigt wurden u. a.: Bilanzen, GuV‑Zahlen, Mitarbeiter‑ und Umsatzdaten sowie Zahlungserfahrungen und gerichtliche Negativmerkmale.

Fazit: Wirtschaft weiter unter Druck

Die Entwicklung zeigt: Viele Unternehmen stehen finanziell unter hohem Stress – und die Risiken bleiben vorerst hoch.
CRIF rechnet für 2026 mit einem weiteren Anstieg der Insolvenzen, während bereits jetzt jede zehnte Firma als gefährdet gilt.

HASHTAG


#Insolvenzen

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