DIHK fordert Kurswechsel bei der Klimapolitik

07.01.2026 09:55 Uhr | Lesezeit: 3 min
Strommast im Sonnenuntergang
Deutschland dürfe in der Klimapoltik nicht weiter den Besserwisser für die ganze Welt spielen, fordert der DIHK-Präsident
© Foto: bohbeh/ stock.adobe.com

Aus Sicht der Deutschen Industrie- und Handelskammer ist der derzeitige Kurs bei der Klima- und Energiepolitik für die Unternehmen fatal, weshalb man eine Korrektur fordert.

DIHK-Präsident Peter Adrian fordert einen Kurswechsel in der Klima- und Energiepolitik. „Ich glaube, dass wir mittlerweile erkannt haben, wie der eingeschlagene Weg ohne Korrektur wichtige Teile der Industrie ruiniert“, sagte Adrian der „Deutschen Presse-Agentur“. Laut dem DIHK-Präsidenten droht eine Deindustrialisierung – mit absurden Folgen: „Dann kaufen wir uns die Produkte, die wir heute bei uns schon sehr effizient und klimafreundlich herstellen können aus Ländern ein, in denen sie mit weniger Effizienz und mehr CO2 hergestellt werden.“

DIHK kritisiert Kosten der Transformation

Es sei ein anderer Ansatz in der Klima- und Energiepolitik nötig, sagte der Präsident der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK). „Deutschland darf hier nicht weiter den Besserwisser für die ganze Welt spielen. Wir müssen es schlichtweg besser machen, indem wir andere Länder einbinden.“ Die DIHK kritisiere nicht das Ziel der Klimaneutralität, sagte Adrian. „Sondern was wir kritisieren, ist der Weg dorthin und die damit verbundenen hohen Kosten der Transformation, insbesondere im Bereich der Energieversorgung.“ Aus der Perspektive des globalen Klimaschutzes komme es weniger darauf an, was man in Deutschland allein tue. „Für das Ergebnis wichtiger wäre es, wenn wir weltweit erfolgreicher sind. Wir brauchen dafür mehr Pragmatismus.“

DIHK-Studie: Energiewende viel zu teuer

Die DIHK hatte eine Studie in Auftrag gegeben mit dem Ergebnis, dass die Energiewende mit dem bisherigen Kurs viel zu teuer und für die Unternehmen nicht zu stemmen sei. Kostentreiber seien etwa hohe Investitionen in den Ausbau der Stromnetze, in die Transformation industrieller Prozesse sowie neue Kraftwerke. Dazu kämen im internationalen Vergleich hohe Energiekosten. Adrian sprach von einem enormen Handlungsbedarf.

International abgestimmte Klimapolitik

„Indien will 2070 klimaneutral werden, China 2060, die EU insgesamt 2050, Deutschland 2045. Wir sind in Deutschland global für etwa 1,5 Prozent der Emissionen verantwortlich“, erklärte Adrian. „Wir wollen weltweit erreichen, dass wir klimaneutral werden, dass wir das Pariser Klimaschutzabkommen global einigermaßen einhalten können. Das wird aber nur funktionieren, wenn wir eine abgestimmte Vorgehensweise mit den großen, wichtigen Wirtschaftsnationen hinbekommen.“ Deutschland habe, bezogen auf das Referenzjahr 1990, bisher 48 Prozent CO2-Einsparungen erreicht. Viele andere Industrieländer hätten die Emissionen dagegen gesteigert. „Das Klimaziel werden wir nur erreichen, wenn wir einen Prozess der internationalen Abstimmung hinbekommen“, sagte Adrian.

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