Diesel und E10 teurer: Iran-Krieg treibt Preise hoch

05.03.2026 08:55 Uhr | Lesezeit: 3 min
Tankanzeige mit der Preisbezeichnung teuer
Diesel über zwei Euro, E10 teurer – Politik prüft Eingriffe und warnt vor Abzocke

Kraftstoffpreise schießen hoch: Politik und Experten warnen, Kartellamt prüft mögliche Preismanipulation.

Die Kraftstoffpreise steigen weiter deutlich an: Laut ADAC lag der bundesweite Durchschnittspreis für Diesel am Mittwoch bei 2,005 Euro pro Liter. Das bedeutet ein Plus von 8,8 Cent gegenüber Dienstag und sogar 25,9 Cent mehr als am Freitag vor Beginn des Iran-Kriegs. Auch Super E10 wurde teurer – der Literpreis stieg um 3,8 Cent zum Vortag und um 15,7 Cent im Vergleich zum Freitag.

Bereits am Mittwochmorgen hatte der Dieselpreis die Marke von zwei Euro zeitweise überschritten. Anders als an gewöhnlichen Tagen blieb der übliche Preisrückgang im Tagesverlauf jedoch aus. Experten führen dies darauf zurück, dass Diesel deutlich sensibler auf Krisen reagiert – unter anderem, weil er als Ersatz für Gas genutzt wird und für industrielle Prozesse eine große Rolle spielt.

Diskussion über staatliche Eingriffe entflammt

Die hohen Preise rufen nun erneut eine politische Debatte hervor. Zuletzt überschritten E10 und Diesel im Jahr 2022 die Zwei-Euro-Marke. Damals senkte der Staat von Juni bis August die Energiesteuer, um die Belastung für Autofahrer abzufedern. Allerdings wurde die Maßnahme vielfach kritisiert, weil die Entlastung nicht vollständig bei den Verbrauchern angekommen sei.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) kündigte an, die Preisentwicklungen genau zu prüfen. Man werde sicherstellen, dass „keine Situation ausgenutzt wird, die sich zwar am Markt zeigt, aber nicht in dieser Höhe gerechtfertigt ist“, sagte sie im Podcast von Table.Briefings. Über mögliche Schritte sei sie im engen Austausch mit dem Bundeskartellamt.

Auch Bundesfinanzminister Lars Klingbeil mahnt die Mineralölkonzerne. Er warnte davor, aus der Krise Profit zu schlagen. „Es darf keine Abzocke geben“, betonte er im ZDF spezial. Die Politik müsse klar und konsequent eingreifen, sollte sich ein solcher Verdacht erhärten.

Iran-Krieg treibt Öl- und Gaspreise in die Höhe

Der Hauptgrund für die aktuelle Preisexplosion liegt im Iran-Krieg und der Sperrung der Straße von Hormus – einer der wichtigsten Routen für Öl- und Gaslieferungen weltweit. Seit der Eskalation am Samstag haben sich die Preise an den globalen Rohstoffmärkten spürbar verteuert.

Spritpreise könnten laut Hubert Aiwanger sofort um 15 bis 20 Cent sinken - wenn die CO2-Steuer fällt

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) fordert angesichts gestiegener Preise für Öl und Gas den Stopp der CO2-Steuer. Der Bund und die Europäische Union müssten die heimische Wirtschaft und die Bürger so weit wie möglich entlasten, forderte Aiwanger. Die Abgabe auf fossile Brenn- und Kraftstoffe wie Benzin, Gas, Öl und Diesel nannte Aiwanger einen Preistreiber. Ohne sie wäre der Sprit sofort um 15 bis 20 Cent günstiger, so der Minister.



BLV-pro sieht existenzielle Auswirkungen auf die deutsche Speditionsbranche

Der BLV-pro sieht die deutsche Speditionsbranche am Rande des Kollapses. Die dramatisch gestiegenen Dieselpreise aufgrund des Nahostkonflikts haben viele Unternehmen in eine existenzbedrohende Situation gebracht und gefährden die gesamte Logistikversorgung des Landes.

Urgente Maßnahmen sind zeitnah erforderlich, um die Existenzen von unzähligen Spediteuren und deren Beschäftigten zu sichern. Die explosionsartigen Anstiege der Dieselpreise haben für die Spediteure nicht nur massive finanzielle Belastungen zur Folge, sondern auch irreparable Schäden für die gesamte Branche. Viele Unternehmen sehen sich gezwungen, ihre Geschäfte drastisch einzuschränken oder gar Insolvenz anzumelden.

Diese Entwicklungen hätten verheerende Konsequenzen: Arbeitsplätze sind in Gefahr, und die Stabilität der Logistik, die für die Wirtschaft von zentraler Bedeutung ist, wird akut gefährdet: „Die momentane Situation ist unerträglich. Die Politik muss endlich einschreiten und eine sofortige Entlastung für die Spediteure schaffen. Wir erwarten von der Bundesregierung, dass sie mit der Dringlichkeit handelt, die dieser Krise gebührt“, fordert Konstantin Popov, Vorsitzender des BLV-Pro: „Es ist nicht nur eine Frage des Überlebens der Unternehmen, sondern auch eine Frage der wirtschaftlichen Stabilität unseres Landes.“ meint Björn Fröder aus Gießen, Mitglied des Vorstands.

Mirko Reichelt, BKF-Beauftragter im BLV-pro betankte auf seiner Tour seinen DAF in Tschechien:“ Wieso ist der Diesel in Deutschland so teuer? Rundum im Ausland ist das Tanken viel günstiger!“

 Die Forderungen formuliert der Verband klar:

  1. Sofortige Senkung der Energiesteuer: Eine zeitlich befristete Reduzierung der Energiesteuer ist unerlässlich, um den Unternehmen kurzfristig Entlastung zu bieten.
  2. Krisenstab einrichten: Ein interdisziplinärer Krisenstab muss umgehend eingerichtet werden, um innovative Lösungsansätze zu erarbeiten und die Branche aktiv zu unterstützen.
  3. Deckelung der Dieselpreise: Eine Deckelung der Dieselpreise, die eine volatile Preisanpassung verhindert, ist notwendig, um Planbarkeit und Stabilität zu gewährleisten.

Die deutsche Speditionsbranche verlange entschlossene und zügige Schritte von den Verantwortlichen.

Sollte die Regierung nicht zeitnah handeln, seien die negativen Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft gravierend aufgrund wegbrechender Lieferketten und Insolvenzen der kleinen und mittelständigen Spediteure...


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