Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) sieht trotz der anhaltenden Niedrigwasserlage auf wichtigen Wasserstraßen derzeit keine Versorgungsengpässe. „Stand jetzt ist die Versorgung gewährleistet“, sagte Bilger der „Rheinischen Post“ vor einer Schaltkonferenz mit den Verkehrsministern der Länder an diesem Mittwoch, 12. August.
Vorübergehend mehr Güter von den Wasserstraßen auf Schiene und Straße
Um das Risiko zu senken, müsse mehr Güterverkehr von den Wasserstraßen auf Schiene und Straße verlagert werden, betonte der Minister. Bund und Länder wollten sich über weitere Schritte abstimmen. Er gehe davon aus, dass die Problematik mindestens bis Ende August anhalte. Er sei zudem „dankbar, dass die Bahn sich umgehend gekümmert und zusätzliche Kapazitäten bereitgestellt hat“, erklärte Bilger. Dazu gehörten weitere Waggons, deren Zahl noch steigen solle.
Bauindustrie kündigt erste Engpässe an
Die Bauindustrie sieht die Lage indes deutlich kritischer. „Lieferengpässe für erste Baustoffe sind von den Lieferanten bereits angekündigt worden für den Fall, dass die Situation noch länger anhält, wovon derzeit auszugehen ist“, sagte Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB), dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Flächendeckende Baustopps sehe er aber aktuell nicht.
Niedrigwasser vermutlich noch den ganzen August
Die Verkehrsminister von Bund und Ländern beraten am Mittwoch über die Lage der Binnenschifffahrt. Bei der Schaltkonferenz ist auch ein Austausch über mögliche weitere Maßnahmen vorgesehen, wie Bundesminister Bilger sagte. Er bezeichnete die Lage als weiterhin sehr angespannt. Man müsse davon ausgehen, dass Probleme mit Niedrigwasser noch im ganzen August bestehen bleiben. Mehrere Länder haben bereits das Sonntagsfahrverbot für Lkw ausgesetzt, um Transporte zumindest teilweise verlagern zu können.