Sperrungen und Baustellen auf Autobahnen und Brücken können den Verkehr in Rheinland-Pfalz weit über die betroffenen Strecken hinaus verändern, so die dpa. Nach Angaben des ADAC weichen viele Verkehrsteilnehmer auf alternative Routen aus, wodurch zusätzliche Belastungen auf Landstraßen, in Ortsdurchfahrten und an anderen Verkehrsknotenpunkten entstehen.
Autobahnen und Brücken gelten als neuralgische Punkte
Besonders starke Auswirkungen haben Einschränkungen auf zentralen Verkehrsachsen. Nach Angaben von Verkehrsexperte Christian Schmidt vom ADAC Mittelrhein zählen Autobahnen und Brücken zu den Schwachstellen des gesamten Straßennetzes. Kommt es dort zu Sperrungen oder größeren Behinderungen, verlagern sich Verkehrsströme häufig auf Ausweichrouten, die für zusätzliche Fahrzeugmengen nur begrenzt ausgelegt sind.
Als Extrembeispiel nennt Schmidt die zeitweise Sperrung eines Abschnitts der A643 am Schiersteiner Kreuz zwischen Mainz und Wiesbaden. Dadurch habe sich der Verkehr bis zur nächsten Abfahrt und von dort durch die Innenstadt verlagert.
Lkw-Ausweichverkehr belastet weitere Strecken
Auch Teilsperrungen können weitreichende Folgen haben. So hätten Einschränkungen für schwere Lastwagen an der Winninger Brücke auf der A61 dazu geführt, dass Fahrzeuge auf Landstraßen und andere Brücken ausweichen mussten. Nach Angaben des Experten belastet dies zusätzliche Verkehrswege und stehe dem eigentlichen Zweck von Autobahnen entgegen: Diese seien darauf ausgelegt, Städte, Bevölkerung und Naturflächen vom Durchgangsverkehr zu entlasten.
Rheinland-Pfalz ist besonders auf Brücken angewiesen
Eine besondere Herausforderung sieht der ADAC in der geografischen Struktur des Bundeslandes: Rheinland-Pfalz verfügt über zahlreiche Flüsse und Brücken. Fallen mehrere Bauwerke gleichzeitig wegen Sanierungen oder Schäden aus, stehen nur wenige leistungsfähige Alternativverbindungen zur Verfügung.
ADAC rät zur Zurückhaltung bei Navi-Umleitungen
Nicht jede vom Navigationssystem vorgeschlagene Ausweichroute bringt nach Einschätzung des ADAC einen spürbaren Zeitgewinn. „Ich rate dazu, nicht immer aufs Navi zu hören“, sagte Christian Schmidt vom ADAC Mittelrhein. Oft liege die Zeitersparnis nur bei wenigen Minuten. Gleichzeitig würden Ortsdurchfahrten und kleinere Straßen zusätzlich belastet. Der Experte betont, dass das gesamte Straßennetz als zusammenhängendes System betrachtet werden müsse. Zwar seien Alternativrouten grundsätzlich vorgesehen. „Aber jede Umleitung vom Stau verlagert letztendlich nur das Problem“, sagte Schmidt.