Bitkom-Studie: Logistikbranche setzt auf Digitalisierung und KI

10.09.2026 12:27 Uhr | Lesezeit: 3 min
Symbolbild Digitalisierung Nachhaltigkeit, vernetzte Lkw fahren auf Straße durch den Wald
Symbolbild: Mehr als die Hälfte der Logistikunternehmen setzt bereits KI ein. Digitalisierung gilt für die Branche als wichtigste Antwort auf aktuelle Krisen
©Foto: zaen_studio/stock.adobe.com (KI-generiert)

Hohe Energiepreise, Lieferkettenstörungen und Fachkräftemangel erhöhen den Druck auf die Logistikbranche. Gleichzeitig sehen die Unternehmen in Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz einen zentralen Schlüssel für ihre Wettbewerbsfähigkeit.

Die deutsche Logistikbranche bewertet die Digitalisierung zunehmend als strategischen Erfolgsfaktor. Laut einer aktuellen Bitkom-Studie sehen 91 Prozent der Unternehmen digitale Technologien als Chance für die Zukunft. Besonders Künstliche Intelligenz gewinnt an Bedeutung und wird inzwischen in mehr als jedem zweiten Logistikunternehmen eingesetzt.

Hintergrund sind die vielfältigen Herausforderungen, mit denen die Branche konfrontiert ist. Geopolitische Krisen, steigende Energiekosten und wiederkehrende Störungen internationaler Lieferketten erhöhen den Anpassungsdruck auf Logistikdienstleister und Verlader.

Energiepreise und Fachkräftemangel dominieren die Sorgen

Als größte Herausforderung nennen die Unternehmen die hohen Energiepreise. Hinzu kommen der anhaltende Fachkräftemangel, Lieferkettenunterbrechungen und bürokratische Belastungen.

Besonders deutlich zeigt sich der Personalmangel bei Fahrern, Zustellern und Disponenten. Gleichzeitig fehlen vielen Unternehmen auch IT-Spezialisten, die für die Digitalisierung der Prozesse benötigt werden.

Digitalisierung soll Transparenz und Effizienz erhöhen

Die Erwartungen an digitale Technologien sind hoch. Unternehmen erhoffen sich vor allem mehr Transparenz in Lieferketten, bessere Planungsmöglichkeiten und einen höheren Servicegrad für Kunden.

Darüber hinaus sollen digitale Anwendungen dabei helfen, Prozesse zu beschleunigen, Ressourcen effizienter einzusetzen und die Kommunikation entlang der Lieferketten zu vereinfachen.

Auch Nachhaltigkeitsziele spielen eine wichtige Rolle. Viele Unternehmen erwarten durch digitale Steuerungssysteme eine bessere Auslastung von Fahrzeugen und damit geringere Umweltbelastungen.


KI entwickelt sich zur Schlüsseltechnologie

Besonders dynamisch verläuft die Entwicklung bei der Künstlichen Intelligenz. Während 2022 erst rund jedes fünfte Unternehmen KI einsetzte, liegt die Nutzung inzwischen bei über 50 Prozent.

Anwendungsbereiche reichen von der Touren- und Bedarfsplanung über Prognosemodelle bis hin zur Analyse großer Datenmengen. Viele Unternehmen sehen in KI zudem eine Möglichkeit, die Auswirkungen des Fachkräftemangels abzumildern.



Know-how bleibt größtes Hindernis

Trotz der Fortschritte nennen die Unternehmen mehrere Hürden bei der Digitalisierung. An erster Stelle stehen fehlende Fachkräfte und mangelnde Digitalkompetenzen in den Belegschaften.

Daneben sorgen IT-Sicherheitsfragen, fehlende Zeit im Tagesgeschäft und eine teilweise unzureichende Datenbasis für Herausforderungen bei der Umsetzung digitaler Projekte.

Interessant: Fehlende finanzielle Mittel spielen aus Sicht der Unternehmen inzwischen eine geringere Rolle als Qualifikation und Know-how.

Robotik gewinnt an Bedeutung

Auch Robotik und autonome Transportlösungen werden als wichtige Zukunftstechnologien betrachtet. Viele Unternehmen erwarten dadurch effizientere Abläufe und eine Entlastung der Beschäftigten.

Gleichzeitig bestehen weiterhin Vorbehalte hinsichtlich Wirtschaftlichkeit, Integration in bestehende Prozesse und Akzeptanz innerhalb der Belegschaften.

Unternehmen erhöhen ihre Investitionen

Die Bereitschaft zu investieren bleibt hoch. Ein großer Teil der Unternehmen plant, seine Digitalisierungsbudgets in den kommenden Jahren weiter auszubauen.

Damit reagiert die Branche auf den steigenden Wettbewerbsdruck und die Notwendigkeit, Prozesse flexibler und effizienter zu gestalten.


Blick auf die Logistik der Zukunft

Für die kommenden zehn Jahre erwarten die Unternehmen eine deutlich stärker automatisierte und datengetriebene Logistik. KI soll Lieferketten in Echtzeit steuern, während Robotik, autonome Fahrzeuge und digitale Plattformen viele heute noch manuelle Prozesse übernehmen.

Auch vollständig transparente Lieferketten und neue Zustellkonzepte mit autonomen Fahrzeugen oder Drohnen halten viele Unternehmen langfristig für realistisch.



Digitalisierung wird zum Wettbewerbsfaktor

Die Studie zeigt, dass die Logistikbranche den digitalen Wandel nicht mehr als Zukunftsprojekt betrachtet, sondern als notwendige Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum. Angesichts steigender Kosten, knapper Fachkräfte und zunehmender Unsicherheiten in den Lieferketten dürfte die Bedeutung von Digitalisierung und KI in den kommenden Jahren weiter zunehmen.

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